Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.02.2017

13:23 Uhr

Bahntechnik

Bombardier will bis Juli Standortkonzept vorlegen

Die sieben deutschen Werke des Bahntechnikkonzerns Bombardier sollen sich stärker spezialisieren. Dazu will das Unternehmen bis Juli ein genaues Konzept vorlegen. Noch ist unklar, wie viele Arbeitsplätze gefährdet sind.

Siemens und Bombardier wollen Insidern zufolge ihre Zugssparten zusammenlegen. dpa

Bombardier-Werk in Bautzen

Siemens und Bombardier wollen Insidern zufolge ihre Zugssparten zusammenlegen.

BerlinDie Beschäftigten des Zugherstellers Bombardier Transportation sollen bis Juli Klarheit über die Zukunft ihrer Standorte erhalten. Langfristige Garantien werde es nicht geben, sagte Deutschlandchef Michael Fohrer der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Man wolle aber jeden Standort auf den Weg zur Rentabilität bringen. „In den vergangenen fünf Jahren war die deutsche Bilanz leider negativ.“ Wie viele der 8.500 Arbeitsplätze in Deutschland in Gefahr sind, sagte Fohrer nicht.

Das Management will demnach im größten deutschen Standort in Hennigsdorf bei Berlin die Serienfertigung von Zügen einstellen. Nur Prototypen und Testfahrzeuge sollen dort noch entstehen. „Hennigsdorf beabsichtigen wir als Kompetenzzentrum für die Entwicklung von S- und U-Bahnen sowie Regional- und Fernzügen auszubauen“, kündigte Fohrer an. „Die Serienfertigung soll dann an den Standort Bautzen gehen.“ Dazu spreche Bombardier mit dem Freistaat Sachsen über Fördermittel.

Bombardier in Deutschland

Berlin

In der Zentrale von Bombardier Transportation sind 540 Mitarbeiter beschäftigt.

Stand: September 2016

Bautzen

Hier finden die Montage von Doppelstockzügen und die Entwicklung und Produktion von Straßenbahnen statt. Beschäftigte: 1150.

Braunschweig

In dem Werk werden Bahnsteuerungssysteme entwickelt. Beschäftigte: 120.

Görlitz

Hier werden Doppelstockzüge und der ICE 4 produziert. Beschäftigte: 1970.

Hennigsdorf

An dem Standort in Brandenburg entwickelt und produziert Bombardier S-Bahnen, U-Bahnen und Regionalzüge.

Kassel

Hier werden Lokomotiven entwickelt und produziert. Beschäftigte: 700.

Mannheim

An dem Standort wird die Entwicklung und Produktion von antrieben und Steuerungstechnik betrieben. Mitarbeiter: 960.

Siegen

Hier entwickelt und produziert Bombardier Drehgestelle. Beschäftigte: 700.

Görlitz soll sich auf Aluminium-Wagenkästen spezialisieren. Das weltweite Produktionszentrum für Loks ist in Kassel geplant, entwickelt werden sie in Mannheim. In Braunschweig soll weiter Signal- und Steuerungstechnik entstehen, in Siegen Drehgestelle.

Bombardier Transportation ist die Zugsparte des kanadischen Flugzeug- und Bahnkonzerns Bombardier. Sie hat fast 40.000 Beschäftigte, davon rund 8.500 in Deutschland. Bei der laufenden Umstrukturierung sollen bis Ende 2018 weltweit 5.000 Arbeitsplätze wegfallen.

Bombardier in der Krise: Im Konzern gefesselt

Bombardier in der Krise

Premium Im Konzern gefesselt

Bombardiers Krise spiegelt die Probleme der gesamten Eisenbahnbranche. Hausgemachte Fehler verschärfen die Lage. Es führt kein Weg daran vorbei: Der Konzern muss den Zugbau von der Flugzeugsparte trennen. Eine Analyse.

Fohrer sagte, die Fabriken sollten auf einen modernen Stand der Automatisierung und Digitalisierung gebracht werden. Außerdem will sich Bombardier gegen neue Konkurrenten aus Osteuropa und Asien wappnen. „Hinzu kommt, dass viele Staaten verlangen, dass ein wesentlicher Teil der Produktion in ihrem Land stattfindet.“

Der Dialog mit Betriebsräten und der IG Metall werde „zeitnah“ beginnen. Die Gewerkschaft hatte betont, sich einem Strukturwandel nicht zu verweigern. Sie fordert aber, die Beschäftigten zu beteiligen und wendet sich gegen betriebsbedingte Kündigungen. Ein Spitzentreffen beim damaligen Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) im Januar hatte noch keine Einigung gebracht.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×