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27.06.2014

13:42 Uhr

Bahnzulieferer

Vossloh kündigt Verluste an

Dem Bahntechnikkonzern Vossloh droht ein Sturz in die roten Zahlen. Umbauarbeiten und Probleme bei laufenden Projekten zwingen das Unternehmen zu einer Gewinnwarnung. Die Aktie sackt ab.

Ein Schienenbefestigungssystem für Schottergleise im Voll- und Nahverkehrsbereich: Im März hatte Vossloh eigene Aktien verkauft, um einen Teil seiner Schulden zu tilgen und weiteres Wachstum zu finanzieren. dpa

Ein Schienenbefestigungssystem für Schottergleise im Voll- und Nahverkehrsbereich: Im März hatte Vossloh eigene Aktien verkauft, um einen Teil seiner Schulden zu tilgen und weiteres Wachstum zu finanzieren.

WerdohlDer neue Vossloh-Vorstand krempelt den Bahntechnikkonzern um und nimmt dafür einen hohen Verlust in Kauf. Statt des noch vor vier Wochen avisierten Gewinns erwartet Vorstandschef Hans Schabert 2014 nun einen operativen Fehlbetrag (Ebit) von 150 bis 180 Millionen Euro. „Es gilt jetzt, in einem ersten Schritt das Unternehmen zu restrukturieren und den Marktverhältnissen entsprechend neu zu positionieren, um dann auf dieser Grundlage unsere mittel- und langfristige Strategie umzusetzen“, sagte der seit April amtierende Konzernchef am Freitag. „Ziel ist es, 2015 den Turn-Around zu schaffen.“

Zwar will der Vorstand erst Ende des Jahres seine endgültige Unternehmensstrategie bekanntgeben, doch bereits jetzt ist klar, das die Standorte Kiel und Düsseldorf „verschlankt“ werden sollen. Wie viele der konzernweit 5600 Mitarbeiter ihren Job verlieren, sagte Schabert nicht. „Das ist noch zu früh.“

Die Neuausrichtung führe allerdings zu Ergebnisbelastungen von voraussichtlich bis zu 250 Millionen Euro im laufenden Geschäftsjahr, erklärte der seit vier Monaten amtierende Finanzvorstand Oliver Schuster. Inwiefern das Auswirkungen auf die Dividende hat, ließ er offen. Nach einem 44-prozentigen Gewinneinbruch im Jahr 2013 hatte das Management die Dividende bereits um 50 Cent auf 2,00 Euro gekappt.

Ursprünglich hatte Vossloh 2014 bei einem Umsatzplus von zehn Prozent eine operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) von etwa fünf Prozent angepeilt. 2013 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro und ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 54,2 Millionen Euro.

Im SDax brachen die Vossloh-Papiere in der Spitze um 14 Prozent ein und markierten den tiefsten Stand seit fast sechs Jahren.

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