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01.12.2015

23:15 Uhr

Balda

Neue Wendung im Übernahmekampf

VonAnja Müller, Regina Krieger

Am Dienstag stimmten die Aktionäre des Kunststoffteile-Herstellers dem Verkauf des operativen Geschäfts an das Familienunternehmen Heitkamp & Thumann zu. Doch der Beschluss steht unter Vorbehalt.

Heiß umworben: Balda findet immer wieder neue Kaufinteressenten. H&T macht nun Druck. dpa

Balda AG

Heiß umworben: Balda findet immer wieder neue Kaufinteressenten. H&T macht nun Druck.

DüsseldorfZwei Tage lang diskutierten die Aktionäre des Kunststoffteile-Herstellers Balda über die Zukunft des Unternehmens. Am Ende stand fest, dass 97 Prozent der anwesenden Aktionäre (40 Prozent) für den Verkauf des operativen Geschäfts an das Düsseldorfer Familienunternehmen Heitkamp & Thumann (H&T) in Höhe von 74 Millionen Euro gestimmt haben. Trotzdem ist für H&T gar nichts sicher.

Italiener steigen ein: Der Bieterkampf um Balda geht weiter

Italiener steigen ein

Der Bieterkampf um Balda geht weiter

Vier Tage vor der Entscheidung über das Angebot des Familienunternehmens Heitkamp & Thumann erhalten die Balda-Aktionäre eine neuen Option. Eine italienische Unternehmensgruppe will mitbieten.

Schließlich steht ein weiteres Angebot im Raum: Vor fünf Tagen hatte das italienische Familienunternehmen Stevenato ein noch unverbindliches Angebot in Höhe von 80 Millionen Euro für das operative Geschäft von Balda vorgelegt.

In einer Adhoc-Mitteilung hatte Balda daraufhin am vergangenen Donnerstag Aktionäre und Öffentlichkeit darüber informiert, dass Stevenato bis zum 14. Dezember um 24 Uhr Zeit hätte, dem unverbindlichen Angebot ein verbindliches folgen zu lassen. Dann müssten sich die Aktionäre erneut versammeln.

Das dauert Christian Diemer aber zu lange. Der persönlich haftende Gesellschafter und CEO der Heitkamp & Thumann-Gruppe forderte Vorstand und Aufsichtsrat von Balda auf, sein Angebot nach der überragenden Zustimmung der Aktionäre „zeitnah anzunehmen und auch baldmöglichst zu vollziehen“. Eine „andauernde Hängepartie“ schade der Gesellschaft und werde zum Verlust des Kundenvertrauens und der Reputation von Balda führen.

Heitkamp und Thumann erhöht Angebot: Die Schlacht um Balda

Heitkamp und Thumann erhöht Angebot

Die Schlacht um Balda

Bewegung im Bieterstreit um die operativen Balda-Töchter: Das Familienunternehmen Heitkamp und Thumann will 74 Millionen Euro zahlen und damit den Finanzinvestor Paragon ausstechen. Der hatte schon einen Vorvertrag.

Für Diemer ist das Ganze ein Déja-Vu: Bereits im Frühherbst hatte H&T ein Angebot in Höhe von 63 Millionen Euro für das operative Geschäft von Balda vorgelegt und im September eine Due Dilligence durchgeführt. Doch der Finanzinvestor Paragon hatte bereits zuvor einen notariell beurkundeten Kaufvertrag für dieselben Unternehmensteile zum Preis von rund 63 Millionen Euro vorgelegt und nach dem H&T-Angebot nachgelegt auf rund 70 Millionen Euro. Paragon ließ sich darüber hinaus eine Zahlung von rund 1,4 Millionen Euro zusichern, falls die Beteiligungsgesellschaft nicht zum Zuge käme und der Kaufpreis bei mindestens 74 Millionen Euro liegen würde.

H&T besserte daraufhin das Angebot für Balda Ende Oktober tatsächlich auf 74 Millionen Euro nach. Balda zahlte die 1,4 Millionen Euro an Paragon, und es schien, als ob Heitkamp& Thumann nun endgültig zum Zuge käme. Bis am vergangenen Donnerstag der neue Bieter ins Spiel kam.

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