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17.01.2005

18:30 Uhr

Banken zweifeln an Sanierungsfähigkeit

Lage bei Walter Bau ist „sehr ernst“

Die Existenz des Baukonzerns Walter Bau ist nach Einschätzung in Finanzkreisen auch nach der Vorlage eines Sanierungskonzepts gefährdet. Einige Kernbanken beurteilen den Rettungsplan als wenig überzeugend und bezweifeln nach Angaben aus Bankenkreisen gar, ob das Unternehmen überhaupt saniert werden kann.

Foto: dpa

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HB MÜNCHEN/FRANKFURT. „Die Kernbanken sind selbst extrem überrascht über die negative Entwicklung. Es wird offen über die Sanierungsfähigkeit von Walter Bau diskutiert“, hieß es in den Kreisen. Ein anderer Banker brachte die Lage von Deutschlands drittgrößtem Baukonzern noch drastischer auf den Punkt: „Mit dem Konzept, das derzeit vorliegt, ist Walter nicht überlebensfähig. Es müssen weitere Sparanstrengungen unternommen werden.“ Walter Bau äußerte sich hierzu nicht.

Die hauptsächlich in München gehandelten Walter Bau-Aktien brachen am Montag um bis zu 40 % ein, am Abend notierten sie mit 1,56 € immer noch um knapp 30 % schwächer.

„Walter Bau muss in dieser Woche mit allen Finanziers eine Einigung schaffen“, hieß es aus den Kreisen. Die beteiligten Institute müssten sich nach bisherigem Stand bis Mittwoch erklären. Einige der insgesamt 27 Banken stimmten den Angaben zufolge - wenn auch zähneknirschend - dem Konzept zu, andere seien bereit zuzustimmen, forderten aber Nachbesserungen. Schließlich habe eine kleine Gruppe - darunter die Berliner Bank, die LBBW und ABN Amro - bereits Ablehnung signalisiert. Die Berliner Bank selbst lehnte eine Stellungnahme ab.

Im Kern geht es bei Walter Bau um die Verlängerung so genannter Avale von 1,5 Mrd. € - Bankbürgschaften, die für den Erhalt und die Abwicklung von Verträgen notwendig sind. Finanzkreisen zufolge hat aber die Diskussion hierüber und das Scheitern der geplanten Übernahme der Restanteile des Stuttgarter Konkurrenten Ed. Züblin den Konzern zusätzlich unter Druck gebracht. So verlangten Lieferanten weitaus ungünstigere Kondition und Auftraggeber hielten sich zurück.

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