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02.07.2012

21:14 Uhr

Bankenkreise

Permira zieht halbe Milliarde Euro aus Iglo

Eigentlich hatte sich der Finanzinvestor Permira mindestens 2,8 Milliarden Euro für den angeschlagenen Hamburger Fischstäbchen-Konzern Iglo erhofft. Jetzt sehen die Pläne anders aus.

Spinat mit Blubb: Iglo soll verkauft werden. Foto: obs/iglo obs

Spinat mit Blubb: Iglo soll verkauft werden. Foto: obs/iglo

LondonNach dem Scheitern des Verkaufs von Bird's Eye Iglo will sich der Finanzinvestor Permira Bankern zufolge an dem Tiefkühlkost-Hersteller selbst schadlos halten. Permira könne sich eine kreditfinanzierte Sonderdividende von rund einer halben Milliarde Euro auszahlen lassen, sagten mehrere mit den Plänen vertraute Banker der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Der Eigentümer hatte eine gemeinsame Offerte über 2,5 Milliarden Euro von Blackstone und BC Partners für Iglo in der vergangenen Woche zurückgewiesen. Permira hatte sich mindestens 2,8 Milliarden Euro erhofft.

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Der Hamburger Fischstäbchen-Konzern hatte mit einer Schuldenlast von 1,4 Milliarden Euro als reif für einen Verkauf gegolten. Nun arbeitet Permira zusammen mit Credit Suisse und der Deutschen Bank an einer Refinanzierung von 1,9 Milliarden Euro über vorrangige Kredite und nachrangige Anleihen, wie die Banker sagten. Die Differenz könnte sich Permira ausschütten lassen. Bei einer Übernahme wäre die Schuldenlast von Iglo auf bis zu 2,4 Milliarden Euro gestiegen. Mit der neuen Finanzierung könnte sich Permira nach den Worten der Banker verpflichten, für weitere zwei bis drei Jahre an Iglo festzuhalten. Der Investor hatte Iglo 2006 von Unilever gekauft und seither durch Zukäufe gestärkt.

Kreditfinanzierte Ausschüttungen - "Rekapitalisierungen" genannt - waren bei Private-Equity-Firmen vor der Finanzkrise beliebt, weil sie damit von niedrigen Zinsen profitierten und schnell bei ihren Investments Kasse machen konnten. Seither sind sie unüblich geworden, weil Banken mit Krediten knausrig sind. Nach Daten von Thomson Reuters LPC wäre die Rekapitalisierung von Iglo die größte seit 2007, als die damaligen Eigentümer der Flugbuchungsfirma Amadeus sich 1,4 Milliarden Euro auszahlen ließen.

Von

rtr

Kommentare (3)

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oeflingen

02.07.2012, 22:20 Uhr

Permira zeigt wieder sein hässliches Heuschreckengesicht!

Revolution

02.07.2012, 22:24 Uhr

Gangstertum sonst nichts!

Account gelöscht!

03.07.2012, 00:23 Uhr

Ich würde es als abartige Geschäftsphilosophie bezeichnen und es einmal so ausdrücken: Um bei den Marketingkosten und den Schuldenlasten, die keiner Konkurrenten hat, noch einigermaßen "wirtschaftlich" zu arbeiten, kommt eigentlich nur noch miese Qualität als Gewinnquelle in Frage.
Ich werde diese Produkte als Dr. Dipl.-Kfm. nicht mehr kaufen. Basta.
Das Gezocke mit Fischstäbchen ist ja noch abartiger als das Gezocke mit Derivaten. Das kommt bei mir nicht mehr auf den Tisch.

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