Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.10.2015

12:56 Uhr

Banknotenspezialist Giesecke & Devrient

Jetzt soll Geld verdient werden – auch in der vernetzten Welt

VonJoachim Hofer

Giesecke & Devrient muss wachsen, um den Anschluss an die Konkurrenz nicht zu verlieren. Eine Kooperation mit Nokia scheiterte vor Jahren krachend. Nun nimmt das Familienunternehmen Start-ups ins Visier.

„Groß denken, klein starten und schnell wachsen“, war lange das Credo. G&D

Produktion bei Giesecke & Devrient

„Groß denken, klein starten und schnell wachsen“, war lange das Credo.

MünchenNokia, der Star der Mobilfunkbranche: Als sich Giesecke & Devrient (G&D) im Sommer 2006 mit den Finnen verbündete, da schien das eine vielversprechende Kombination. Hier der renommierte Sicherheitsspezialist aus München, dort der weltgrößte Handyhersteller. In einem Gemeinschaftsunternehmen wollten die Konzerne sichere Lösungen für die so genannte Near Field Communication entwickeln. Mit der Technik lässt sich etwa an der Supermarktkasse per Handy bezahlen. Der damalige Chef Karsten Ottenberg jubelte: „Die neuen Geschäftsfelder haben einen klaren Auftrag: Sie sollen groß denken, klein starten und schnell wachsen.“

Wachstum, um Geld für Forschung und Entwicklung zu haben. dpa

Walter Schlebusch

Wachstum, um Geld für Forschung und Entwicklung zu haben.

Doch es kam alles anders. Nokia ist heute ein Schatten seiner selbst, das Joint-Venture aufgelöst, die Umsätze mit der Technik bescheiden und Karsten Ottenberg schon lange nicht mehr Boss von G&D. Sein Nachfolger Walter Schlebusch allerdings glaubt daran, dass das Geschäft mit Sicherheitslösungen für neue, oft mobile Anwendungen jetzt endlich vor dem Durchbruch steht.

Die Autos werden vernetzt, mit der Industrie 4.0 kommen sogar die Maschinen ins Internet, das sogenannte Smart Home schreitet voran, und immer mehr Menschen kaufen per Smartphone ein. All diese Internetverbindungen wollen geschützt sein – und höchste Sicherheit ist seit jeher das Geschäft des 1852 in Leipzig gegründeten Familienunternehmens. G&D liefert Banknoten, Geldkarten, Pässe und eben auch Sicherheitssoftware.

Auch im zweiten Anlauf in der vernetzten Welt will sich Schlebusch allerdings Verbündete suchen. Vorrangiges Ziel sei zwar, aus eigener Kraft zu wachsen. Aber: „In abgegrenzten Feldern können wir uns auch anorganisches Wachstum mit Partnern vorstellen“, sagte Schlebusch dem Handelsblatt. Und nicht nur das: „Große Akquisitionen stehen zur Zeit nicht auf der Agenda. Start-ups hingegen, speziell im Bereich neuer Technologien, könnten wir durchaus übernehmen.“

Auf einem anderen, aber für G&D ebenso wichtigen Feld hat sich der 66-Jährige bereits Unterstützung von außen geholt. So vermarkten die Bayern Pässe und Ausweise im Ausland gemeinsam in einem Joint-Venture mit der Berliner Bundesdruckerei. Es hat seinen Grund, dass Schlebusch so wirbelt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×