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06.05.2015

11:03 Uhr

BASF, Bayer, Evonik

Chemieindustrie reitet auf der Dollar-Welle

VonBert Fröndhoff

Der schwache Euro treibt das Geschäft der großen deutschen Chemie- und Pharmahersteller. Aber sie profitieren auch von den weltweiten Megatrends beim Konsum: Evonik aus Essen verdient gut am weltweiten Babyboom.

Für die Chemiekonzerne ist der starke Dollar eine wichtige Stütze. dpa

BASF Ludwigshafen

Für die Chemiekonzerne ist der starke Dollar eine wichtige Stütze.

DüsseldorfDie deutsche Wirtschaft profitiert kräftig vom schwachen Euro. Das zeigt sich ganz deutlich in Deutschlands drittgrößtem Industriezweig, der Chemie. Die exportstarke Branche hat im ersten Quartal kräftig zugelegt. Aktuelles Beispiel ist Evonik aus Essen. Der Spezialchemiekonzern steigerte im ersten Quartal den Umsatz um sieben Prozent auf 3,4 Milliarden Euro, der operative Gewinn (bereinigtes Ebitda) stieg um 40 Prozent auf 650 Millionen Euro.

Wie sehr Evonik vom schwachen Euro profitiert, zeigt der Blick auf die Umsatzbringer: Die verkauften Mengen hat der Konzern um zwei Prozent gesteigert, der Rest des Umsatzanstiegs ist auf Währungseinflüsse zurückzuführen. Diesen Rückenwind will Evonik-Chef Klaus Engel weiter nutzen und schraubte die Prognose für dieses Jahr hoch: „Unsere bisher prognostizierten Ziele für 2015 werden wir übertreffen.“, sagte er. Mindestens 2,2 Milliarden Euro will Evonik in diesem Jahr operativ verdienen,  2014 lag das bereinigte Ebitda bei 1,9 Milliarden Euro. Der Umsatz soll leicht über dem Vorjahreswert von 12,9 Milliarden Euro liegen.

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Der schwache Euro stimmt auch den Leverkusener Bayer-Konzern wesentlich optimistischer für dieses Jahr. Unternehmenschef Marijn Dekkers hob vorige Woche bereits die Gewinnziele für den Chemie- und Pharmahersteller an und begründete die ausdrücklich mit den derzeit günstigen Wechselkursverhältnissen. Die hatten bei Bayer schon im ersten Quartal geholfen: Um knapp 15 Prozent auf 12,2 Milliarden Euro stieg der Umsatz, der operative Gewinn legte um knapp zehn Prozent auf drei Milliarden Euro zu. Am stärksten zeigte sich der Wechselkurseffekt bei Bayer Healthcare. Der Umsatz der Sparte legte um 26 Prozent zu, wechselkursbereinigt waren es rund sieben Prozent.

Auch für BASF aus Ludwigshafen war der Euro-Kurs im ersten Quartal eine Stütze. Der Konzern macht rund 40 Prozent seines Umsatzes außerhalb Europas. Der starke Dollarkurs verhinderte, dass der Gewinn weniger stark schrumpfte als von Analysten befürchtet. Wesentlicher Grund für das niedrigere Ergebnis waren bei BASF die Einbrüche im Öl- und Gasgeschäft, ausgelöst durch den Preisverfall.

Bei Evonik waren aber nicht allein Währungseinflüssen Grund für den guten Start ins Geschäftsjahr. Zum einen ist das Geschäft mit Zusätzen für Tierfutter wieder auf Kurs. Evonik beliefert die Futtermittelhersteller mit Aminosäuren, deren Preise waren im vergangenen Jahr stark unter Druck. Zum anderen profitierten die Essener insgesamt von der guten Lage der Konsumgüterhersteller, das zeigen die Ergebnisse des neu geschaffenen Segments Nutrition & Care. Dort stieg der Umsatz um 28 Prozent auf 1,23 Milliarden Euro, die operative Marge erreichte 29 Prozent.

Die Essener produzieren beispielsweise Inhaltsstoffe für Kosmetika, Nahrungsmittel und Pharmaprodukte. Aber auch so genannte Superabsorber – das ist nichts anderes als der Stoff, aus dem Windeln gemacht werden. Evonik profitiert also auch vom weltweiten Babyboom. Schwächer präsentierte sich hingegen das Segment Performance Materials, das beispielsweise Acrylglas produzierte. Dort sanken Preise und Verkaufsmenge.

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