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23.09.2016

20:18 Uhr

BASF

Chemiekonzern setzt auf Wachstum in Asien

Laut eigener Aussage steht der deutsche Chemieriese BASF in der Region Asien-Pazifik „ständig unter Beschuss“. Trotzdem sieht das Unternehmen dort die größten Wachstumschancen – und plant Milliardeninvestitionen.

Der Chemiekonzern setzt auf Asien als Wachstumsregion Nummer Eins. dpa

BASF

Der Chemiekonzern setzt auf Asien als Wachstumsregion Nummer Eins.

FrankfurtDer Chemiekonzern BASF setzt trotz der jüngsten Abkühlung weiter große Hoffnungen auf die Region Asien-Pazifik. Dort werde die Chemieproduktion unverändert stärker zunehmen als in anderen Regionen, teilte das Ludwigshafener Unternehmen am Freitag mit. Zwar sei China weniger schnell gewachsen als angenommen, dagegen gebe es in Indien und Südostasien einen leichten Aufwärtstrend.

Der Markt sei von Überkapazitäten für einige Grundchemikalien geprägt, diese Entwicklung werde noch ein paar Jahre andauern. „Wir haben überall Wettbewerb. Wir stehen ständig unter Beschuss“, sagte Vorstandsmitglied Sanjeev Gandhi, der die Region verantwortet, auf einer Investorenveranstaltung in London. „Macht uns das Sorgen? Nein.“

Die Ludwigshafener seien trotz der Herausforderungen in der Region gut aufgestellt. „Wir sehen weiterhin große Wachstumschancen für BASF, denn die Grundvoraussetzungen haben sich nicht geändert“, betonte Gandhi. In Asien-Pazifik, dem weltweit größten Markt für die Produktion und den Verbrauch von Chemikalien, erwartet BASF bis 2020 ein durchschnittlich jährliches Wachstum der Chemieproduktion von 5,6 Prozent. Weltweit werde im Schnitt eine Wachstumsrate von 3,7 Prozent erwartet.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

Von 2016 bis 2020 sollen in der Region rund 3,5 Milliarden Euro investiert werden. Pro Jahr werden damit im Schnitt 700 Millionen Euro in die Hand genommen, weniger als die 750 Millionen Euro pro Jahr von 2012 bis 2015. BASF werde genau prüfen, in welche Marktsegmente investiert werde und erwäge, sich Partner für die Bereiche zu suchen, in denen das Unternehmen eine schwächere Marktposition habe.

Aber auch von Einschnitten bleibt die Region nicht verschont: Mit rund 250 Millionen Euro soll Asien-Pazifik einen „wesentlichen Beitrag“ zum Sparprogramm „Drive“ beisteuern, das ab 2018 jährlich eine Milliarde Euro zum Ergebnis beitragen soll. In der Region Asien-Pazifik erzielte BASF im vergangenen Jahr 17 Prozent seines Gesamtumsatzes von mehr als 70 Milliarden Euro.

Von

rtr

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