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06.05.2012

14:35 Uhr

BASF

„Der niedrige Gaspreis bringt klare Wettbewerbsvorteile“

VonAstrid Dörner

ExklusivHans-Ulrich Engel, Nordamerika-Chef von BASF, erklärt im Gespräch mit dem Handelsblatt, wie das Unternehmen in den USA weiter wachsen will und was das billige Erdgas für den weltgrößten Chemiekonzern bedeutet.

Hans-Ulrich Engel, Nordamerika-Chef von BASF: „Es gibt eine Reihe von positiven Aspekten, die das Wachstum in Nordamerika stützen“. dpa

Hans-Ulrich Engel, Nordamerika-Chef von BASF: „Es gibt eine Reihe von positiven Aspekten, die das Wachstum in Nordamerika stützen“.

Florham Park (New Jersey)Der deutsche Chemiekonzern BASF will stärker vom Erdgas-Boom in den USA profitieren. Erdgas sei in den ersten vier Monaten dieses Jahres nur etwa halb so teuer gewesen wie ein Jahr zuvor, sagte Nordamerika-Chef und Konzern-Finanzvorstand Hans-Ulrich Engel im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Das bringt klare Wettbewerbsvorteile.“

Erdöl und Erdgas sind existenzielle Rohstoffe für die chemische Industrie. Durch die stark gestiegene Förderung von Schiefergas liegen die Preise nur bei einem Bruchteil von dem, was Erdgas in Westeuropa oder Asien kostet. Das macht die Region Nordamerika, zu der neben den USA auch Kanada und Mexiko zählen, für Investitionen und Zukäufe attraktiver.

Engel kündigte am Freitag den Bau einer neuen Anlage an, in der Ameisensäure produziert werden soll. Das Werk in Geismar im US-Bundesstaat Louisiana soll im zweiten Quartal 2014 in Betrieb gehen und wäre die einzige ihrer Art in Nordamerika. Ameisensäure kommt in der Öl-Industrie und bei der Exploration von Schiefergas zum Einsatz, aber auch bei der Herstellung von Tiernahrung und bei der Enteisung von Straßen. Bislang produziert der Chemiekonzern aus Ludwigshafen die Chemikalie nur in Deutschland und in China.

Engel gab zudem neue Wachstumsziele für Nordamerika vor. BASF will den Umsatz bis 2020 jedes Jahr um etwa fünf Prozent steigern – durch internes Wachstum sowie durch Zukäufe. In den vergangenen Jahren hat die Region für das Unternehmen stark an Bedeutung gewonnen. Die Region ist hinter Europa die zweitwichtigste für den nach Umsatz größten Chemiekonzern der Welt. Im vergangenen Jahr machte BASF 20 Prozent des Umsatzes in den USA, Kanada und Mexiko – etwa 15 Milliarden Euro mit 16000 Mitarbeitern. „Vor sechs bis sieben Jahren war das jeweils nur etwa die Hälfte“, sagt Engel, der seit 2011 für die Region zuständig ist. Der Konzern geht davon aus, dass die US-Wirtschaft in diesem Jahr um zwei Prozent wachsen wird und damit deutlich stärker als die europäische Wirtschaft.

Kommentare (1)

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vandale

07.05.2012, 09:11 Uhr

Offensichtlich verschiebt sich der Schwerpunkt der chemischen Industrie durch die günstigere Energiebasis, bedingt durch die Erschliessung des Schiefergases und den Glauben an eine CO2 Klimahölle in Europa, von Europa nach Nordamerika.

Die Erdgasförderung ist kapitalintensiv und hat lange Vorlaufzeiten. Eine geringfügige Ueber- Unterkapazität wirkt sich extrem auf die Preise aus. So scheint es recht wahrscheinlich, dass spätestens wenn die US-Amerikaner entdecken dass man auch mit Erdgas Autos betreiben kann, sich der Erdgaspreis drastisch erholt.

Vandale

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