Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.10.2016

07:46 Uhr

BASF

Explosionsunglück belastet den Gewinn

Die schwere Explosion im Stammwerk Ludwigshafen wird sich auf das Ergebnis von BASF auswirken. Der Konzern will nun Details zur Ursache des Unglücks präsentieren. Bereits im abgelaufenen Quartal ist der Gewinn gesunken.

Bei dem Unglück kamen drei Menschen ums Leben. Reuters

Explosion in Ludwigshafen

Bei dem Unglück kamen drei Menschen ums Leben.

LudwigshafenBeim Chemiekonzern BASF hinterlässt das verheerende Explosionsunglück vor zehn Tagen in Ludwigshafen auch Spuren in der Bilanz. BASF geht davon aus, dass die Einschränkungen in der Logistik und Versorgung infolge des Brands im Landeshafen Nord das Ergebnis des Geschäftsjahres belasten werden, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Das führe aber nicht zu einer Änderung des Ausblicks.

Für 2016 rechnen die Kurpfälzer unverändert mit einem Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen leicht unter Vorjahresniveau – darunter versteht der Vorstand ein Minus von bis zu zehn Prozent. „Im derzeitigen volatilen und herausfordernden Umfeld sowie angesichts des Brands vom 17. Oktober und seiner Folgen bleibt dies ein anspruchsvolles Ziel“, sagte Finanzvorstand Hans-Ulrich Engel.

Bei dem Unglück am 17. Oktober starben drei Menschen, 30 Menschen wurden verletzt. Während der Arbeiten an einer Rohrleitung war es zu einem Brand und später zu Explosionen von brennbaren Flüssiggasen gekommen. Grund ist nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft womöglich ein Einschnitt an einer Rohrleitung, in der sich brennbares Raffinat befunden hat.

An einer benachbarten Leitung seien zu diesem Zeitpunkt Wartungsarbeiten durch eine Fremdarbeitsfirma im Gange gewesen. Der mutmaßliche Verursacher des Einschnitts an der Rohrleitung sei ein Mitarbeiter der Fremdarbeitsfirma. Die Klärung der Zusammenhänge zwischen dem Schnitt und der Explosion erfordern Angaben der Staatsanwaltschaft aber weitere umfangreiche Ermittlungen.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

Der BASF-Vorstand will am Donnerstagvormittag auf einer Pressekonferenz Informationen zu den Auswirkungen des Unglücks veröffentlichen. Für das Gesamtjahr bekräftigte er auch die Prognose, wonach der Umsatz wegen der Trennung vom Gashandelsgeschäft, das in einem Milliarden-Tauschgeschäft an die russische Gazprom ging, deutlich zurückgehen wird. Vorläufige Zahlen für das dritte Quartal hatte die Firma bereits Mitte Oktober veröffentlicht. Der Betriebsgewinn (Ebit) vor Sondereinflüssen sank um gut fünf Prozent auf 1,5 Milliarden Euro.

Der Umsatz fiel binnen Jahresfrist um knapp ein Fünftel auf 14 Milliarden Euro, was überwiegend auf die Trennung vom Gashandels- und Speichergeschäft zurückzuführen ist. Dazu tragen aber auch die niedrigeren Öl- und Gaspreise bei. Allerdings rechnet BASF nun in diesem Jahr mit einem Ölpreis von 45 (bislang: 40) Dollar pro Barrel im Jahresdurchschnitt. Die richtungsweisende Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee kostet derzeit rund 50 Dollar je Barrel (159 Liter).

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×