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10.01.2006

16:07 Uhr

BASF-Kaufofferte

Bei Engelhard geht's nur ums Geld

Dokumente belegen, dass die Übernahme des US-Spezialchemiekonzerns nur eine Frage des Preises ist. BASF-Chef Jürgen Hambrecht hatte Engelhard-Chef Barry Perry schlicht zu wenig geboten.

HB FRANKFURT. Perry habe in einem Telefongespräch am vergangenen Dienstag mit BASF-Chef Jürgen Hambrecht darauf hingewiesen, dass das Engelhard-Board bei einem höheren Preis voraussichtlich zu Gesprächen bereit sei, heißt es in BASF-Unterlagen, die seit Dienstag auf der Webseite der US-Börsenaufsicht SEC einzusehen sind. BASF hatte am gleichen Tag mitgeteilt, 37 Dollar je Engelhard-Aktie bieten zu wollen.

„Mr. Perry deutete an, er sei zuversichtlich, dass das Board wahrscheinlich dem Beginn von Verhandlungen zustimmen würde, falls das Unternehmen (BASF) einen Hinweis auf einen deutlich höheren Preis in einer Spanne geben würde, die er bereits erwähnt habe“, heißt es in den Unterlagen.

Wie hoch die von Perry vorgeschlagene Preisspanne war, wird in den Unterlagen zu den Gesprächen zwar nicht genannt. In einem Telefonat am gleichen Tag habe Perry dem BASF-Chef aber gesagt, dass das Engelhard-Board einen Preis von 38 Dollar je Aktie als nicht ausreichend für den Eintritt in Verhandlungen betrachte. BASF hatte bei seinem am Dienstagabend angekündigten Angebot von 37 Dollar je Aktie nur dann eine um 1 Dollar höhere Offerte in Aussicht gestellt, falls nähere Informationen zu Engelhard dies rechtfertigen würden. Damit hatte BASF indirekt Einblick in die Bücher gefordert.

Nach der Veröffentlichung des BASF-Angebots bei der Börsenaufsicht SEC muss sich der Engelhard-Vorstand innerhalb von 10 Tagen offiziell dazu äußern. Bis dahin sollten die Engelhard-Anteilseigner nicht auf das Angebot reagieren, riet der US-Konzern seinen Aktionären. Am Montag ging die Engelhard-Aktie mit einem Kurs von 38,40 Dollar aus dem US-Börsenhandel.

BASF will Engelhard im größten Zukauf der Unternehmensgeschichte für insgesamt 4,9 Mrd. Dollar übernehmen und damit zu einem weltweit führenden Anbieter von Katalysatoren werden.

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