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20.02.2013

12:38 Uhr

BASF-Rivale

Akzo Nobel erleidet Milliardenverlust

Der niederländische BASF-Konkurrent Akzo Nobel hat im vergangenen Jahr einen Milliardenverlust verbucht. Die Konsequenz: Das Unternehmen will seinen harten Sparkurs fortsetzen.

Rund 250 Millionen Euro brachte der 2011 eingeleitete Umbau Akzo Nobel bislang ein. dapd

Rund 250 Millionen Euro brachte der 2011 eingeleitete Umbau Akzo Nobel bislang ein.

AmsterdamHohe Abschreibungen auf das schwächelnde Farbengeschäft haben den niederländischen Chemiekonzern Akzo Nobel im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen gedrückt. Mit einer raschen Besserung rechnet der Rivale von Branchenprimus BASF nicht. „Das Wirtschaftsumfeld bleibt schwierig", erklärte Konzernchef Ton Büchner am Mittwoch. Der Hersteller von Dulux-Wandfarben und Schönox-Spachtelmassen will daher seinen scharfen Sparkurs fortsetzen. Akzo Nobel legte zudem neue Finanzziele für die Zeit bis 2015 fest. An der Börse kamen Zahlenwerk und Ausblick nicht gut an: Der Kurs der Akzo-Aktie gab leicht nach.

Akzo Nobel wies für 2012 einen Verlust von 2,2 Milliarden Euro aus. Ein Jahr zuvor stand noch ein Gewinn von 477 Millionen Euro in den Büchern. Allein im dritten Quartal schrieb Akzo auf seine Farbensparte "Decorative Paints" 2,1 Milliarden Euro ab. Die Wachstumsaussichten in dem Geschäft haben sich schon seit längerem deutlich eingetrübt. Die maue Nachfrage der Verbraucher und dazu eine schwache Bauwirtschaft in den USA und in Europa setzen dem Konzern zu. Akzo reagierte und kündigte im Dezember an, sein Geschäft mit Deko-Farben in Nordamerika für 1,1 Milliarden Dollar an den US-Rivalen PPG zu verkaufen.

Beim Umsatz profitierte der Konzern 2012 von Preiserhöhungen und günstigen Wechselkursen. So konnte Akzo Nobel die Einnahmen um fünf Prozent auf 15,4 Milliarden Euro steigern. Die Rohstoffkosten blieben annähernd stabil. Günstigere Einkaufspreise für das wichtige Weißpigment Titandioxid konnten den Anstieg des Ölpreises nicht wettmachen. Der Chemikalienabsatz sank.

Den operativen Gewinn (Ebitda) baute der Konzern dank seiner Sparanstrengungen um vier Prozent auf 1,9 Milliarden Euro aus. Rund 250 Millionen Euro brachte der 2011 eingeleitete Umbau Akzo Nobel bislang ein. Nun soll das Programm 2013 und damit bereits ein Jahr früher als bisher geplant abgeschlossen werden. Insgesamt soll das Betriebsergebnis damit um 500 Millionen Euro aufgebessert werden. Für 2015 strebt Akzo-Chef Büchner, der das Unternehmen seit April lenkt, nun eine Umsatzrendite von neun Prozent an.

Die Rendite auf das eingesetzte Kapital soll bei 14 Prozent liegen. Ursprünglich hatte Büchner vor, dem Konzern neue Zielmarken schon 2012 vorzugeben. Doch im September hatte er aus gesundheitlichen Gründen überraschend eine Auszeit genommen. BASF will seine Jahreszahlen am Dienstag vorlegen.

Von

rtr

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