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09.12.2015

10:40 Uhr

BASF-Rivalen Dow und Dupont

Chemieriesen kurz vor der Mega-Fusion

Eine mögliche Hochzeit der Superlative bahnt sich an: Die beiden Chemieriesen Dupont und Dow Chemical stehen offenbar kurz vor der Fusion. Doch nach dem Zusammenschluss könnten sie sich schnell wieder auftrennen.

Megafusion in der Chemiebranche

Video: Megafusion in der Chemiebranche

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New York/FrankfurtIn der Chemiebranche bahnt sich eine Elefantenhochzeit an. Die zwei größten US-Chemiekonzerne Dow Chemical und Dupont verhandeln über einen Zusammenschluss, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen am Dienstag sagten. Eine Vereinbarung könnte schon in den nächsten Tagen erreicht werden. Dabei könnte ein neuer Branchengigant mit einem Börsenwert von mehr als 120 Milliarden Dollar entstehen, der den bislang weltgrößten Chemiekonzern BASF vom Thron stoßen würde.

Fraglich ist allerdings, wie lange, da den Insidern zufolge überlegt wird, den neuen Konzern in verschiedene Geschäftsteile aufzuspalten. Dazu zählten die Bereiche Kunststoffe, Spezialchemikalien und Agrarchemie. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

BASF, Bayer, Dupont, Monsanto, Syngenta: Das große Umpflügen in der Agrochemie

BASF, Bayer, Dupont, Monsanto, Syngenta

Das große Umpflügen in der Agrochemie

Das sonst hochprofitable Geschäft der Agrochemie-Branche läuft schlecht – auch für deren Zulieferer. Unter den Herstellern von Saatgut und Pflanzenschutzmitteln erwarten Analysten daher Übernahmen. Wer redet mit wem?

Dow Chemical und Dupont wollten sich nicht zu möglichen Fusionsplänen äußern. Zu Börsenschluss am Dienstag in den USA kam Dow auf einen Börsenwert von 58,97 Milliarden Dollar, Dupont wurde mit 58,37 Milliarden Dollar bewertet. Der BASF-Börsenwert liegt Reuters-Daten zufolge derzeit bei 65 Milliarden Euro. Die Anteilsscheine der Ludwigshafener legten im Sog der Übernahmespekulationen am Mittwochmorgen zeitweilig um gut zwei Prozent auf 72,68 Euro zu und gehörten zu den größten Dax-Gewinnern.

Sowohl Dupont als auch Dow Chemical stehen bereits seit Jahren unter Druck von aktivistischen Investoren, die vom Management unter anderem eine Abspaltung von Geschäftsteilen gefordert hatten. Analysten hatten bereits über einen Zusammenschluss der Agrarchemiesparten der beiden Firmen spekuliert. Angeheizt wurden die Spekulationen nicht zuletzt von den Unternehmen selbst. Dow-Chemical-Chef Andrew Liveris hatte nach einem erneut schwachen Agrarchemiegeschäft im dritten Quartal die Sparte auf den Prüfstand gestellt. Jeder spreche mit jedem, hatte er wissen lassen.

Auch der neue Dupont-Chef Edward Breen hatte Gespräche mit der Konkurrenz über das Agrarchemiegeschäft eingeräumt. Auch ihm machen ein schwächelndes Geschäft mit Pflanzenschutzmitteln und Saatgut sowie die Dollar-Stärke Sorgen. Der Konzern steuert mit Kostensenkungen dagegen, die langjährige Vorstandschefin Ellen Kullmann nahm im Oktober überraschend ihren Hut. Das Ruder übernahm Breen, der sich bereits mit der Aufspaltung des US-Mischkonzerns Tyco International einen Namen gemacht hatte.

Das sind die größten Agrochemie-Hersteller

Syngenta

Umsatz 2014: 15,1 Mrd. US-Dollar (2013: 14,7 Mrd. US-Dollar)

(Quelle: Geschäftsberichte)

Bayer

Umsatz 2014: 12,6 Mrd. US-Dollar (2013: 11,7 Mrd. US-Dollar)

BASF

Umsatz 2014: 7,2 Mrd. US-Dollar (2013: 6,9 Mrd. US-Dollar)

Monsanto

Umsatz 2014: 15,6 Mrd. US-Dollar (2013: 14,8 Mrd. US-Dollar)

Dupont

Umsatz 2014: 11,3 Mrd. US-Dollar (2013: 11,7 Mrd. US-Dollar)

Dow Chemical

Umsatz 2014: 7,3 Mrd. US-Dollar (2013: 7,1 Mrd. US-Dollar)

Annäherungsversuche kommen auch aus der Schweiz. Der Agrarchemiekonzern Syngenta, der im Sommer die 47 Milliarden Dollar schwere Übernahmeofferte des US-Rivalen Monsanto abgeblockt hatte, macht Dupont schöne Augen und sieht eine Partnerschaft mit den Amerikanern als sinnvoll an. Die Agrarchemiebranche steht angesichts fallender Getreidepreise unter Druck und leidet unter schwächelnden Geschäften in Lateinamerika.

Syngenta hat sich bereits auf große Veränderungen eingestellt: „Wir sind alle überzeugt, dass das in sechs Monaten ziemlich anders aussehen wird“, hatte Syngenta-Verwaltungsratschef Michel Demare kürzlich in einem Zeitungsinterview gesagt.

Von

rtr

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