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12.10.2017

20:25 Uhr

BASF

Von Schäumen aus belastetem Stoff geht angeblich keine Gefahr aus

Eine deutliche Dichlorbenzol-Belastung in einem BASF-Kunststoff hat in den vergangenen Tagen für Aufregung gesorgt. Es bestehe aber keine Gefahr für die Gesundheit, teilt das Unternehmen mit. Der Stoff verflüchtige sich.

Nach Angaben des Unternehmens sind die mit Dichlorbenzol belasteten Schaumstoffe nicht gesundheitsschädlich. AFP

BASF

Nach Angaben des Unternehmens sind die mit Dichlorbenzol belasteten Schaumstoffe nicht gesundheitsschädlich.

LudwigshafenVon den Schaumstoffen, die mit einem belasteten BASF-Kunststoffprodukt hergestellt wurden, geht nach Einschätzung des Unternehmens keine Gesundheitsgefahr aus. Das hätten erste Untersuchungen an verunreinigten Schäumen und weitergehende Berechnungen gezeigt, teilte das Chemieunternehmen am Donnerstag mit. Das Kunststoffprodukt wird unter anderem zur Herstellung von Matratzen und Autositzen verwendet. Der Fachverband Matratzen-Industrie e.V. nahm die Messergebnisse mit großer Erleichterung auf. „Das ist für uns alle eine super-erlösende Nachricht“, sagte Geschäftsführer Ulrich Leifeld.

Der Betten- und Möbelhändler Dänisches Bettenlager nahm dennoch „vor den abschließenden Prüfergebnissen der Hersteller“ vorsorglich „eventuell belastete“ Matratzenmodelle aus dem Verkauf und bot eine Rücknahme oder einen Umtausch an. Der Hersteller Dunlopillo hatte bereits am Dienstag aus den gleichen Gründen eine bundesweite Rückrufaktion für Matratzen gestartet, die in den vergangenen 14 Tagen an Handel oder Endkunden gegangen waren.

Wegen eines technischen Fehlers in der Produktion hatte BASF zwischen dem 25. August und dem 29. September 7500 Tonnen des Kunststoffgrundprodukts Toluoldiisocyanat (TDI) hergestellt, die eine deutlich erhöhte Konzentration an Dichlorbenzol (DCB) aufwiesen. Dichlorbenzol steht im Verdacht, Krebs zu verursachen. Es kann außerdem Haut, Atemwege und Augen reizen. Bei den betroffenen Produkten wurde ein Dichlorbenzol-Anteil von mehreren Hundert ppm (parts per million - Anteile pro Million) gemessen, normalerweise liegt das Level unter drei ppm. Die betroffene Menge war bereits ausgeliefert worden, ein Drittel ist schon weiterverarbeitet.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

Nach Tests von BASF-Fachleuten mit Schaumstoffen gab der Leiter des BASF-Unternehmensbereichs Monomers, Stefano Pigozzi, Entwarnung. „Eine Risikobewertung unserer Experten hat ergeben, dass nicht von einer Gesundheitsgefährdung auszugehen ist“, sagte er. Nach Angaben eines BASF-Sprechers lagen die in den Schäumen gemessenen DCB-Werte „deutlich“ unter dem Referenzwert von einem ppm. Der Referenzwert sei der Wert, der auch normalerweise ausschlaggebend sei.

Das Unternehmen will das ausgelieferte TDI mit den hohen DCB-Werten nach wie vor einsammeln, sagte der BASF-Sprecher.

Von

dpa

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