Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.05.2011

12:39 Uhr

Bauaufträge in Nigeria

Bestechungsverdacht bei Bilfinger Berger

Deutsche und US-Staatsanwälte ermitteln angeblich: Bilfinger Berger soll sich jahrelang mit Bestechung Aufträge erschlichen haben. Das könnte Ex-Ministerpräsident Koch den Amtsantritt als Vorstandschef vermiesen.

Ärger für Roland Koch: Bilfinger Berger ist wegen Korruptionsverdacht in Nigeria ins Visier der Staatsanwälte gerückt. Quelle: dpa

Ärger für Roland Koch: Bilfinger Berger ist wegen Korruptionsverdacht in Nigeria ins Visier der Staatsanwälte gerückt.

Hamburg

Der Baukonzern Bilfinger Berger ist nach Informationen des "Spiegel" ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Wie das Magazin am Wochenende vorab berichtete, ermitteln Behörden in Frankfurt am Main und Washington wegen Bestechung gegen sechs deutsche Mitarbeiter der nigerianischen Tochterfirma Julius Berger Nigeria. Das Unternehmen soll über Jahre hinweg systematisch Aufträge mit Bestechungsgeld erkauft haben.

Den Angaben nach seien US-Fahnder auf den Baukonzern gestoßen, als sie gegen zwei amerikanische Unternehmen wegen Bestechung in Nigeria ermittelten. Weil Bilfinger Berger über ein großes Amerika-Geschäft verfüge, seien auch die Deutschen ins Visier der US-Justiz geraten.
Die Nachricht dürfe den Amtsantritt des früheren hessischen Ministerpräsident Roland Koch (CDU) bei dem Bauunternehmen überschatten. Seit dem 01. März ist Koch Vorstandsmitglied bei Deutschlands zweitgrößtem Baukonzern. Koch, der elf Jahre lang Ministerpräsident von Hessen war, soll ab Juli den Mannheimer Konzern als Vorstandschef führen.

Die Nachricht kommt für Koch zur Unzeit, denn eigentlich geht es Bilfinger Berger wirtschaftlich hervorragend. Für 2011 geht der Baukonzern von Zuwächsen bei Umsatz und Leistung in allen Geschäftsbereichen aus - außer im Kerngeschäft Bau. Der Nettogewinn soll zudem deutlich über dem aus 2010 liegen.

Der scheidende Vorstandsvorsitzende des Baukonzerns, Herbert Bodner, übergibt seinem Nachfolger Koch ein gut aufgestelltes Unternehmen und zeichnet den weiteren Umbau vom Bau- zum Dienstleistungskonzern vor. Um das Ansehen des Konzerns ist es weniger gut bestellt: Auch die Folgen der Affäre um den Einsturz des Kölner Stadtarchivs, dessen Ursache immer noch nicht aufgeklärt ist, dürften die Reputation weiter belasten. Koch, den das Thema Wirtschaft immer gereizt hat, hatte Ende Mai 2010 überraschend angekündigt, alle politischen Ämter aufzugeben. Im Oktober hatte er seinen Wechsel zu dem Baukonzern bekanntgegeben.

Von

dapd

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

deruebersWassergehenkann

29.05.2011, 13:36 Uhr

Bestechung ist im gesamten Konzern seit Jahren elementarer Bestandteil des Geschäftsmodells.
Das hat schon seinen Grund, warum ein absoluter Laie wie Roland Koch VV in diesem verrotteten Laden wird. Er hat ja schließlich Erfahrung beim Kaschieren von "Unregelmäßigkeiten".

Plaste_und_Elaste

29.05.2011, 14:29 Uhr

von nix kommt nix.
Bestechung?
Ih fühle mich von einem annehmbaren Produkt durchaus angenehm bestochen.
Was die Baukonzerne allerdings inzwischen abliefern, das kann man nur noch Kulissenarchitektur nennen: mindestens haltbar bis 2012.
Danach wird man wieder neu bauen müssen.
Elendes Gesocks!

Account gelöscht!

29.05.2011, 14:32 Uhr

Ah, jetzt verstehe ich warum Bilfinger den Koch einstellt. Sie wollen "brutalst möglich aufklären", oder hat Koch sich etwa selbst eingestellt?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×