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11.12.2015

14:14 Uhr

Baubranche

Bauer gründet Joint Venture mit Schlumberger

VonMartin Tofern

Der Baukonzern Bauer meldet einen großen Erfolg: Nach längeren Verhandlungen hat das Unternehmen eine Joint Venture mit dem amerikanischen Öl- und Gasbohrspezialisten Schlumberger geschlossen.

Der Baukonzern geht ein Joint Venture mit Schlumberger ein. Pressefoto Bauer

Bauer Gruppe

Der Baukonzern geht ein Joint Venture mit Schlumberger ein.

DüsseldorfIn dem Abkommen hat Bauer vereinbart, dass sich Schlumberger durch eine Barkapitalisierung mit jeweils 49 Prozent an zwei Unternehmen der Bauer Gruppe beteiligt – und zwar an der Bauer Deep Drilling GmbH mit Sitz in Schrobenhausen und an der Bauer Manufacturing LLC mit Sitz in Conroe, USA. Nach einer Mitteilung des Bauer-Konzerns werden in dem Joint Venture große Bohranlagen für Schlumberger und für Dritte zum Einsatz bei Öl- und Gasbohrungen sowie bei geothermischen Bohrungen entwickelt und gebaut.

„Durch das Joint Venture haben wir die Chance, unsere Fertigung für die Öl- und Gasindustrie auszubauen“, kommentiert Konzernchef Thomas Bauer den Abschluss. Zwei bereits im Bau befindliche Bohranlagen werden Anfang 2016 an Schlumberger ausgeliefert. In den kommenden Wochen will Schlumberger weitere Geräte für 2016 bestellen. Beide Unternehmen gehen davon aus, dass das beabsichtigte Joint Venture bald mehr als hundert Millionen Euro Umsatz erreichen kann und sich damit große Chancen für die Zukunft öffnen.

Die größten Maschinenbauer Deutschlands

Platz 11 – Stihl

Umsatz in 2013: 2,81 Milliarden Euro

Stihl ist ein schwäbisches Familienunternehmen mit Hauptsitz in Waiblingen-Neustadt, tätig in über 160 Ländern. Stihl entwickelt, fertigt und vertreibt motorbetriebene Geräte für die Forstwirtschaft, Landschaftspflege und die Bauwirtschaft.

Platz 10 – Rolls-Royce Power Systems

Umsatz 2013: 3,35 Milliarden Euro

Die deutsche Firma mit Hauptsitz in Friedrichshafen hieß bis Januar 2014 noch Tognum. Sie bietet Dieselmotoren und Antriebssysteme an und ist seit 2007 an der Börse notiert.

Platz 9 – SMS Group

Umsatz 2013: 3,5 Milliarden Euro

Die SMS Group ist der Dachgesellschaft SMS Holding GmbH untergeordnet und verarbeitet Stahl und Nichteisenmetalle. Alleinaktionär ist die Familie um den deutschen Unternehmer Heinrich Weiss.

Platz 8 – MAN

Umsatz 2014: 3,75 Milliarden Euro (MAN Power Engineering)

Die „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg“ wurde bereits 1758 gegründet und war zunächst für Eisenverarbeitung zuständig. Seit 2011 hält Volkswagen die Mehrheit am Konzern.

Platz 7 – Gea

Umsatz 2014: 4,52 Milliarden Euro

Das börsennotierte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf und ist auf die Herstellung von Prozesstechnik und Komponenten im Maschinenbau spezialisiert. Es wurde 1881 gegründet.

Platz 6 – Kion

Umsatz 2014: 4,68 Milliarden Euro

Die Wiesbadener Kion-Gruppe wurde 2006 gegründet, baut Gabelstapler und Lagertechnikgeräte. Sie ging aus der Linde AG hervor und ist seit 2013 an der Börse.

Platz 5 - Knorr Bremse

Umsatz 2014: 5,2 Milliarden Euro

Das Unternehmen aus München ist der weltweit führende Hersteller von Bremssystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge. gegründet wurde es 1905 in Berlin.

Platz 4 – Voith

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/14: 5,35 Milliarden Euro

Die Wurzeln des Heidenheimer Maschinenbau-Unternehmens gehen bis in das Jahr 1867 zurück. Voith befindet sich im Besitz der Gründerfamilie. Das Unternehmen beliefert unter anderem Wasserwerke, Automobilhersteller und die Papierindustrie.

Platz 3 – Thyssen-Krupp

Umsatz 2014: 6,27 Milliarden Euro (nur Thyssen-Krupp Industrial Solutions)

Deutschlands größter Stahlkonzern sitzt in Essen und entstand 1999 in Folge der Fusion von Hoesch-Krupp und Thyssen. Die historischen Wurzeln reichen in die Phase der industriellen Revolution in Deutschland zurück.

Platz 2 – Linde

Umsatz 2014: 17,05 Milliarden Euro

Die Linde-Gruppe sitzt in München und betreibt weltweit ihr Kerngeschäft mit Gasen und Prozess-Anlagen. Das 1879 gegründete Unternehmen ist börsennotiert und im Dax gelistet.

Platz 1 – Siemens

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/14: 17,06 Milliarden Euro (nur Siemens Industry)

Das Dax-Unternehmen mit Sitz in Berlin und München ist Deutschlands größter Technologiekonzern. Die Firma wurde 1847 von Werner Siemens gegründet und setzt den Fokus auf Elektrotechnik.

Der lukrative Abschluss kommt Konzernchef Bauer sicher nicht ungelegen. „Wir gehen zurzeit mal wieder durch eine schwierige Phase“, hatte Bauer dem Handelsblatt im Sommer erklärt. Bis 2008 habe sich das Unternehmen traumhaft entwickelt, es sei enorm schnell gewachsen. Dann kam die Finanzmarktkrise und Bauer hatte plötzlich Überkapazitäten. „Im Moment sind wir dabei, in diese Überkapazitäten reinzuwachsen, damit das wieder passt“, sagte Bauer, für den es nach eigener Aussage normal ist, dass man auch mal ein paar Jahre wenig oder gar kein Geld verdient.

Das erste Halbjahr 2015 jedenfalls verlief für den Konzern einigermaßen nach Plan. Bauer ist Anbieter von Dienstleistungen, Maschinen und Produkten für Boden und Grundwasser. Das Unternehmen selbst nennt die Segmente Bau, Maschinenbau und Resources und ist mit mehr als 110 Tochterunternehmen in rund 70 Ländern der Welt tätig.

Der Konzern konnte den Umsatz um 4,2 Prozent auf 780,4 Millionen Euro steigern. Das operative Ergebnis betrug 16 Millionen Euro gegenüber 13,6 Millionen im ersten Halbjahr 2014. Gut läuft es vor allem beim Bau, hier machte das Unternehmen einen Umsatz von knapp 370 Millionen Euro.

Das größte Potenzial sieht Bauer aber im Segment Resources, da es die Zukunftsmärkte Wasser, Umwelt und Bodenschätze bedient. Das operative Ergebnis lag im ersten Halbjahr zwar bei minus 3,2 Millionen Euro, aber im Juli konnte sich der Unternehmensbereich den Großauftrag zur Sanierung der Kesslergrube in Grenzach-Wyhlen sichern. Das ist nach eigener Darstellung der bislang größte Einzelauftrag der Firmengeschichte mit einem Volumen von mehr als 100 Millionen Euro.

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