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01.09.2015

22:09 Uhr

Bauchemiekonzern

Gericht-Entscheid räumt Hürde für Sika-Übernahme aus dem Weg

Ein Kaufangebot für alle Aktionäre ist nicht nötig. Das hat ein Schweizer Gericht im Streit um die mögliche Übernahme des Bauchemiekonzerns Sika durch Saint-Gobain entschieden. Doch die „Schlacht“ ist nicht gewonnen.

Das Logo des Bauchemiekonzerns Sika: Mit dem Entscheid eines Schweizer Gericht ist eine von zwei zentralen Bedingungen erfüllt, die die Franzosen für den Vollzug der im Dezember angekündigten Transaktion stellen. Reuters

Sika

Das Logo des Bauchemiekonzerns Sika: Mit dem Entscheid eines Schweizer Gericht ist eine von zwei zentralen Bedingungen erfüllt, die die Franzosen für den Vollzug der im Dezember angekündigten Transaktion stellen.

ZürichDie französische Saint-Gobain hat eine Hürde auf dem Weg zur Machtübernahme beim Schweizer Bauchemiekonzerns Sika genommen. Das Schweizer Bundesverwaltungsgericht entschied am Dienstag, dass Saint-Gobain nicht verpflichtet sei, allen Sika-Aktionären ein Kaufangebot zu unterbreiten. Damit ist eine von zwei zentralen Bedingungen erfüllt, die die Franzosen für den Vollzug der im Dezember angekündigten Transaktion stellen.

Die Eignerfamilie Burkard-Schenker will ihren Sika-Anteil für 2,75 Milliarden Franken an Saint-Gobain verkaufen. Die Burkards haben zwar nur einen Kapitalanteil von 16 Prozent, aber 53 Prozent der Stimmen. Mit der Familie vereinbarte Saint-Gobain eine Prämie von rund 80 Prozent auf den damaligen Aktienkurs, die übrigen Investoren sollen leer ausgehen. Dagegen kämpfen nicht nur Sika, sondern auch wichtige Aktionäre wie Microsoft-Gründer Bill Gates.

Seine Anlagegesellschaft Cascade sowie seine Stiftung scheiterten nun mit der Forderung, dass Saint-Gobain auch den Minderheitsaktionären ein Übernahmeangebot vorlegen muss. Der Entscheid sei endgültig und könne nicht angefochten werden, erklärte das Bundesverwaltungsgericht. Auf anderem Weg wollen Gates` Anlagevehikel die Transaktion dennoch weiterhin verhindern, „auch wenn das eine mehrjährige Schlacht erfordert“, hieß es in einer Stellungnahme.

Die zweite Bedingung der Franzosen für eine Übernahme ist, dass die Familie mit ihren ganzen 53 Prozent stimmen und damit einen Machtwechsel im Verwaltungsrat vollziehen kann. Dies hat Sika bereits zwei Mal verhindert, indem das Unternehmen die Stimmrechte der Familie beschnitten hat. Dagegen haben die Burkards geklagt. Ein Urteil wird erst im kommenden Jahr erwartet.

Von

rtr

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