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17.06.2011

17:31 Uhr

Baukonzern

ACS sichert sich Mehrheit an Hochtief

Der spanische Baukonzern ACS ist am Ziel: Das Unternehmen hält die Mehrheit an Hochtief - und besiegelt damit das Ende der Unabhängigkeit des deutschen Unternehmens.

Stahlbetonbauer von Hochtief auf einer Baustelle in Düsseldorf. Quelle: dapd

Stahlbetonbauer von Hochtief auf einer Baustelle in Düsseldorf.

DüsseldorfDer größte deutsche Baukonzern Hochtief ist jetzt in spanischer Hand: Der spanische ACS-Konzern hat sich nach eigenen Angaben die Mehrheit an dem Essener Traditionsunternehmen gesichert. ACS habe Hochtief mitgeteilt, dass der Stimmrechtsanteil die Schwelle von 50 Prozent der Hochtief-Anteile überschritten habe, erklärte der Essener Konzern am Freitag in einer Pflichtmitteilung. ACS kontrolliere danach 50,16 Prozent der Anteile.

Darin enthalten sind allerdings 4,46 Prozent Hochtief-Aktien aus dem Eigenbesitz des deutschen Traditionsunternehmens, die den Spaniern zugerechnet werden. ACS hatte bereits angekündigt, bis Ende Juni die Mehrheit an Hochtief übernehmen zu wollen. Die Spanier hatten im vergangenen September ein Übernahmeangebot für Hochtief vorgelegt, gegen das sich der Essener Konzern über Monate verbissen wehrte. Der inzwischen ausgeschiedene Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter konnte den Rivalen aber nicht daran hindern, seinen Aktienanteil immer weiter auszubauen.

Das Ende der Unabhängigkeit

ACS hatte bereits auf der Hauptversammlung des Essener Bauriesen im Mai de facto die Macht bei Hochtief übernommen als die Spanier ihr Personaltableau für den Aufsichtsrat des fast 140 Jahre alten Unternehmens ohne Abstriche durchsetzten - so hat ACS künftig vier von acht Aufsichtsratsposten der Kapitalseite inne.

Das Überschreiten der 50-Prozent-Schwelle Schwelle markiert nun offiziell das Ende der Unabhängigkeit Hochtiefs. ACS ist seit Jahren der größte Aktionär des Essener Konzerns, hatte sich aber lange Zeit mit weniger als 30 Prozent der Aktien begnügt. Nun kann ACS den Hochtief-Konzern künftig in der eigenen Bilanz konsolidieren und die Abhängigkeit vom kriselnden heimischen Markt reduzieren.

Große Pläne für die Zukunft

Die Aktion bieten für ACS noch einen weiteren Vorteil: Das Unternehmen kann so seinen Schuldenstand reduzieren - den Konzern drücken Milliarden-Verbindlichkeiten. ACS-Chef Florentino Perez will zusammen mit Hochtief den größten Infrastrukturkonzern weltweit schmieden, dessen Aktivitäten vom Bau bis hin zum Betrieb von Mautstraßen reichen. Bei Hochtief steht nun der Verkauf des Flughafen-Geschäfts an.
Der Essener Konzern will seine Flughafen-Beteiligungen entweder direkt an Investoren oder über die Börse veräußern. Finanzkreisen zufolge zeichnet sich ein Verkauf an Investoren ab.

Zuletzt hatte der französische Wettbewerber Vinci sein Interesse bekräftigt. Hochtief ist an den Flughäfen Düsseldorf, Hamburg, Tirana, Athen, Sydney und Budapest beteiligt. Den Anteil am Flughafen Budapest baute der Konzern weiter aus: Ein von Hochtief geführtes Konsortium übernahm am Freitag einen Minderheitsanteil von 25 Prozent und einer Aktie der ungarischen Regierung an dem Airport.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

17.06.2011, 18:24 Uhr

man fasst es nicht, der deutschen wirtschaft scheint es völlig egal zu sein, dass der grösste deutsche baukonzern, von der ACS übernommen wird. die spanier sanieren sich und werden die langzeitig erprobte und erfolgreiche aktivitätenstruktur nach ihrem gusto <aushöhlen, "verschlanken", strippen und versilbern. und die deutschen "wirtschaftskapitäne" schaut tatenlos zu. ein weiterer bereich, der damit dem eigenen einfluss entzogen ist und investitionen ins ausland schleppt. für mich ein ähnlich krasser fehler wie die seinerzeitigen jubelarien über einen gewissen herrn schremp, der mit seinen unfundierten, unbeherrschten, alleinherrs-cherischen allmachtsideen die kleinigkeit von etwas 50 mrd euro vernichtet hat. einen guten teil des rufes deutscher manager gar nicht zu erwähnen.
wo sind die wirtschaftler, manager, unternehmer, die mehr im kopf haben als die vergoldeten ausstiegsklauseln ihrer verträge? wo sind die leute, die über die verblödete amerikanische kurzatmigkeit der q1, q2, q3, q4 berichtserstattung hinaus sehen, denken und handeln können? alles fehlanzeige anscheinend.
auch eine allianz lässt sich in spanien die berechtigung zur verwaltung von anlagefonds entziehen. in spanien!?

mal sehen, wie das weitergeht.
saludos a todos
charlie.f.kohn2sixpence-pictures.com
photography // design // madrid

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17.06.2011, 18:24 Uhr

man fasst es nicht, der deutschen wirtschaft scheint es völlig egal zu sein, dass der grösste deutsche baukonzern, von der ACS übernommen wird. die spanier sanieren sich und werden die langzeitig erprobte und erfolgreiche aktivitätenstruktur nach ihrem gusto <aushöhlen, "verschlanken", strippen und versilbern. und die deutschen "wirtschaftskapitäne" schaut tatenlos zu. ein weiterer bereich, der damit dem eigenen einfluss entzogen ist und investitionen ins ausland schleppt. für mich ein ähnlich krasser fehler wie die seinerzeitigen jubelarien über einen gewissen herrn schremp, der mit seinen unfundierten, unbeherrschten, alleinherrs-cherischen allmachtsideen die kleinigkeit von etwas 50 mrd euro vernichtet hat. einen guten teil des rufes deutscher manager gar nicht zu erwähnen.
wo sind die wirtschaftler, manager, unternehmer, die mehr im kopf haben als die vergoldeten ausstiegsklauseln ihrer verträge? wo sind die leute, die über die verblödete amerikanische kurzatmigkeit der q1, q2, q3, q4 berichtserstattung hinaus sehen, denken und handeln können? alles fehlanzeige anscheinend.
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omontono

18.06.2011, 09:47 Uhr

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