Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.02.2012

14:29 Uhr

Baukonzern

Bilfinger Berger übertrifft sich selbst

Der Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger Berger hat Zahlen für das abgelaufene Jahr vorgelegt - schon jetzt ist klar, dass Roland Koch die eigenen Ziele für 2011 deutlich getoppt hat. Das hievt die Aktie nach oben.

Bilfinger-Chef Roland Koch. Quelle: dpa

Bilfinger-Chef Roland Koch.

MannheimNach neun Monaten im Amt kann der Bilfinger-Berger-Vorstandsvorsitzende Roland Koch mit starken Zahlen für 2011 aufwarten. Nach einem kräftigen Gewinnanstieg im vergangenen Jahr stellt sein Konzern weitere Zuwächse in Aussicht. Der Konzerngewinn werde erheblich über dem bereinigten Ergebnis von 220 Millionen Euro 2011 liegen, kündigte Bilfinger Berger am Montag an. Dank steigender Gewinnmargen und Verkaufserlösen werde das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) 2012 deutlich zulegen.

„Wir werden insgesamt mit einem verhalten positiven, aber positiven Ausblick in das Jahr 2012 starten“, sagte der seit Mitte 2011 amtierende Vorstandschef, Roland Koch, am Montag auf einer Telefonkonferenz. Der zuversichtliche Ausblick hat die Aktien am Morgen nach oben gehievt. Mit einem Plus von 1,9 Prozent gehören sie im frühen Geschäft von Lang & Schwarz zu den größten Gewinnern im MDax. Allerdings werde die Leistung wegen der Herausnahme des Nigeria-Geschäfts und der Neuausrichtung der Sparte Construction - Zukäufe nicht eingerechnet - zurückgehen.

Im vergangenen Jahr erhöhte der Mannheimer Konzern dank einer guten Baukonjunktur und dem Verkauf seines Australiengeschäfts seinen Konzerngewinn um 39 Prozent auf 394 Millionen Euro. Die Leistung nahm um fünf Prozent auf 8,48 Milliarden Euro zu. Bilfinger Berger konnte neue Aufträge im Volumen von 7,78 Milliarden Euro heranziehen - ein leichter Rückgang von zwei Prozent. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) nahm um sechs Prozent auf 361 Millionen Euro zu.

Seine Aktionäre will Bilfinger Berger mit einer Dividende von 2,50 Euro plus eines Bonus von 0,90 Euro je Anteilsschein belohnen. Im Vorjahr hatten die Aktionäre 2,50 Euro je Aktie erhalten. Bei Bilfinger Berger sind die Kassen derzeit prall gefüllt.

Bilfinger Berger: Roland Koch - König der internationalen Baustellen

Bilfinger Berger

Roland Koch - König der internationalen Baustellen

Nach vier Monaten Einarbeitung übernimmt Ex-Ministerpräsident Roland Koch die Führung beim Baukonzern Bilfinger Berger – mit brisanten Baustellen in Köln und Nigeria. Nun muss Koch Kurs halten und den Aktienkurs pushen.

Daher will das Unternehmen den geplanten Ausbau seines Dienstleistungsgeschäft auch durch Zukäufe voranbringen. Deutlich mehr als eine Milliarde Euro will das Management dabei bis 2016 in die Hand nehmen. Seinen Konzerngewinn will das Unternehmen bis dahin verdoppeln, die Leistung soll um bis zu 50 Prozent zulegen.

Bereits im vergangenen Jahr kam einige Bewegung in das Bilfinger-Berger-Portfolio. Der Konzern kaufte sich unter anderem mit der Übernahme von Neo Instructo in den indischen Markt ein. Gleichzeitig lagerte er 18 seiner gemeinsam mit der öffentlichen Hand geführten Projekte in einen Fonds aus.

Unter Roland Koch, der im Juli den Vorstandsvorsitz übernahm, setzt der Konzern die in den vergangenen Jahren vollzogene Wandlung hin zu einem Dienstleistungskonzern weiter fort. Mittlerweile machen Dienstleistungen 80 Prozent der Leistung aus.

Negativ entwickelte sich im vergangenen Jahr der Auftragseingang. Er ging um zwei Prozent auf 7,78 Milliarden Euro zurück, der Bestand reduzierte sich sogar um acht Prozent auf 7,83 Milliarden Euro. Das Unternehmen erklärt das mit einer regionalen Fokussierung des Baugeschäfts. Die Zahl der Mitarbeiter weltweit stieg im vergangenen Jahr um fast 1.000 Beschäftigte auf 59.210. Im vergangenen Jahr hatte vor allem die Leistung im Industrieservice-Bereich mit einer Steigerung von zwölf Prozent auf 3,3 Milliarden Euro deutlich zugelegt. Auch das operative Ergebnis des Geschäftsfeldes stieg mit zwölf Prozent deutlich.

Bilfinger zieht neue Aufträge an Land

Am vergangenen Freitag teilte das Mannheimer Unternehmen mit, dass es in Berlin den Zuschlag für die neue U-Bahn-Linie "Unter den Linden" und den Auftrag zum Anschluss des Hauptbahnhofs an den S-Bahn-Ring erhalten habe - in der Hauptstadt wird für mehr als 230 Millionen Euro das U- und S-Bahn-Netz erweitert.

Die neue U 5 soll den Alexanderplatz im Osten der Hauptstadt mit dem neuen Hauptbahnhof verbinden und unter dem Brandenburger Tor sowie dem Boulevard „Unter den Linden“ verlaufen. Dazu müssten zwei rund 1,6 Kilometer lange Tunnelröhren, eine Gleiswechselanlage und zwei neue Bahnhöfe gebaut werden. Mit der von der Deutschen Bahn in Auftrag gegebenen neuen S-Bahn-Strecke 21 werde der Hauptbahnhof in Nord-Süd-Richtung an die Berliner Ringbahn angeschlossen.

Einen zweiten Großauftrag angelten sich die Mannheimer Anfang Februar - in Großbritanien. Für die Polizei wird der Konzern neue Standorte errichten und in den nächsten 25 Jahren auf eigene Rechnung betreiben. Das Investitionsvolumen summiere sich auf rund 95 Millionen Euro. Bilfinger werde nach dem im August erwarteten endgültigen Vertragsabschluss Eigenkapital in Höhe von rund sechs Millionen Euro in das Projekt stecken.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×