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23.03.2011

10:30 Uhr

Baukonzern

Noch ein Stück Hochtief für ACS und Katar

Der Baukonzern Hochtief hat ein Rekordergebnis vorgelegt - und dabei die Erwartungen von Experten übertroffen. Damit nicht genug.ACS hält bereits mehr als 39 Prozent unserer Aktien

Eine Fahne mit dem Unternehmenslogo von Hochtief. Quelle: dapd

Eine Fahne mit dem Unternehmenslogo von Hochtief.

DüsseldorfDer spanische Angreifer ACS hat seinen Griff um den deutschen Bauriesen Hochtief weiter gefestigt. ACS halte „mehr als 39 Prozent“ der Hochtief-Anteile, sagte der Chef des Essener Konzerns, Herbert Lütkestratkötter, am Mittwoch in Düsseldorf laut Redetext. „Derzeit befinden wir uns in Gesprächen mit unserem Großaktionär mit dem Ziel, Spielregeln für das veränderte Miteinander festzulegen“, fügte er hinzu. „Über konkrete Ergebnisse kann ich ihnen derzeit noch keine weitere Auskunft geben.“

<p>Hochtief kämpft seit Monaten um seine Unabhängigkeit. ACS hatte jedoch mit einem freiwilligen Übernahmeangebot mehr als 30 Prozent der Aktien eingesammelt. In den kommenden Monaten will der Konzern von Real-Madrid-Chef Florentino Perez auf knapp mehr als 50 Prozent aufstocken. Zuletzt hatte ACS erklärt, der Konzern kontrolliere rund 36 Prozent der Hochtief-Aktien.

Neben ACS hat auch die Katar Holding ihren Hochtief-Anteil auf mehr als zehn Prozent aufgestockt. Das berichtete Lütkestratkötter. Zur genauen Höhe der Beteiligung macht er keine Angaben. „Ich freue mich darüber, dass die Katar-Holding diesen Schritt unternommen hat“, sagte Lütkestratkötter. Katar war im Dezember vergangenen Jahres mit zunächst 9,1 Prozent bei Hochtief eingestiegen.

Sein voraussichtlich letztes Geschäftsjahr als unabhängiger Konzern hat Hochtief mit einem Rekordergebnis abgeschlossen. Auftragseingang, Umsatz und Gewinn schnellten deutlicher als von Analysten erwartet in die Höhe, die Dividende wurde angehoben - was auch dem spanischen Angreifer und Hochtief-Großaktionär ACS freuen dürfte. Hochtief will 2011 nun weiter wachsen.

Der vor der Übernahme durch ACS stehende Konzern konnte 2010 den Gewinn vor Steuern auf 756,6 (596,9) Millionen Euro und den Überschuss auf 288 (191,7) Millionen Euro steigern, wie Hochtief am Mittwoch mitteilte. Zulegen konnte erneut das Asien-Geschäft mit der Tochter Leighton, auch im europäischen Baugeschäft arbeitete Hochtief profitabler. Der Auftragseingang schnellte auf 29,63 (22,47) Milliarden Euro in die Höhe - Hochtief ist damit rein rechnerisch über mehr als zwei Jahre ausgelastet.

Hochtief übertraf mit seinen Zahlen die Erwartungen des Marktes deutlich. Von Reuters befragte Analsten hatten im Mittel mit einem EBT von 663 Millionen Euro und einem Überschuss von 231 Millionen Euro gerechnet.

Die Aktionäre können nun für 2010 mit einer Dividende von zwei (1,50) Euro rechnen - deutlich mehr als auch Analysten erwartet hatten. Zudem können sie auf Sonderdividenden hoffen: Hochtief bekräftigte, noch in diesem Jahr die Flughafen-Tochter Concessions verkaufen zu wollen. Der Nettobarwert der Sparte sei zum 31. Dezember auf 1,68 (1,60) Milliarden Euro gestiegen. Im kommenden Jahr soll dann die Beteiligungsgesellschaft Aurelis Real Estate veräußert werden. Am Ergebnis beider Transaktionen würden die Aktionäre "angemessen" beteiligt.

Hochtief bekräftigte, 2011 abhängig vom geplanten Verkauf der Flughafen-Sparte Concessions ein Vorsteuerergebnis von einer Milliarde Euro erreichen zu wollen. 2012 soll dann - abhängig vom Aurelis-Verkauf - erneut ein Vorsteuerergebnis von einer Milliarde Euro folgen. Im Jahr 2013 will der Konzern dann ein Vorsteuerergebnis von mehr als einer Milliarde erwirtschaften. Als Konzerngewinn erwartet Hochtief für 2011 etwa 600 Millionen, für 2012 etwa 500 Millionen und für 2013 etwa 450 Millionen Euro.

Von

dpa

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