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02.08.2012

13:42 Uhr

Baustoffhändler

BayWa überrascht mit viel Gewinn

Damit hatten Analysten nicht gerechnet: Der Agrar- und Baustoffhändler BayWa hat seinen Gewinn um zehn Prozent gesteigert. Profitiert hat der Konzern vor allem von der starken Nachfrage nach Getreide.

Das Verwaltungsgebäude der BayWa AG: Das Unternehmen erzielte einen Gewinn von 57,4 Millionen Euro. dpa

Das Verwaltungsgebäude der BayWa AG: Das Unternehmen erzielte einen Gewinn von 57,4 Millionen Euro.

MünchenDer bayerische Agrar- und Handelskonzern BayWa profitiert indirekt von der Dürre in den USA und einigen Regionen Europas. Die Nachfrage nach Getreide steige weiter und in der Folge auch die Preise für Agrarrohstoffe, sagte Vorstandschef Klaus Peter Lutz am Donnerstag in München. Da der Getreidehandel immer internationaler werde, müsse auch die BayWa Schritt halten, indem sie zukaufe. Beim Obsthandel haben die Bayern dies bereits getan und sich mit dem neuseeländischen Konzern Turners & Growers nach vorn katapultiert. Weitere geplante Zukäufe sollen BayWA an die Weltspitze bringen. "Wir wollen mit Abstand weltweit die Nummer 1 bei Äpfeln und Kiwis werden." Dafür brauche man zwei bis drei Jahre Zeit.

"Wir glauben, dass wir ein gutes Agrarjahr haben werden", sagte Lutz. Auch die neuseeländische Neuerwerbung werde weiter gute Gewinne abwerfen, weil sie vom Wachstum in Asien profitiere. Turners & Growers wurde im zweiten Quartal erstmals in die BayWa-Zahlen eingerechnet; der Obsthändler hatte zuletzt ein höheres Ergebnis erzielt als erwartet. Weil zudem die Nachfrage nach Solarmodulen groß war und die Bauern weiter munter Landmaschinen kauften, kletterte bei BayWa das Ergebnis vor Zinsen und Steuern im ersten Halbjahr um drei Prozent auf 91,1 Millionen Euro. Für 2012 kündigte der Vorstandschef, dessen Vertrag gerade bis 2017 verlängert wurde, einen Zuwachs beim Ergebnis an. Eine konkretere Prognose sei angesichts der Euro- und Finanzkrise schwierig. Im Vorjahr erzielte der Münchner Konzern ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von rund 150 Millionen Euro.

Wie BayWa kommt die Trockenheit in den USA auch anderen Konzernen zugute. In den Vereinigten Staaten herrscht die schlimmste Dürre seit 1956. Das erste Halbjahr war das wärmste seit Beginn der Wetter-Aufzeichnungen. Als Folge der Dürre legten die Preise für Mais und Weizen in den vergangenen Wochen um rund die Hälfte zu. Bauern in anderen Regionen der Welt können deshalb für ihr Getreide mehr Geld verlangen und sind bemüht, so viel wie möglich anzubauen. Davon profitieren wiederum Düngemittelhersteller wie K+S aus Kassel oder der Weltmarktführer Potash.

Im Getreidehandel muss BayWa laut Konzernchef Lutz Unternehmen zukaufen, um sich den Zugang zu den Produktionsländern zu sichern. Derzeit laufe die Prüfungsphase. "Es ist unser erklärtes Ziel, im Agrarhandel signifikant zu wachsen." Dies sei nur auf internationaler Ebene möglich. Im Obsthandel habe sich BayWa durch die Übernahme von Turners & Growers bereits Zugang zu Anbaugebieten in Südafrika, Peru, Chile, Washington State, Großbritannien oder Frankreich gesichert. Im Handel von Obst beziehungsweise Äpfeln vom Bodensee sei die BayWa ohnehin führend. Auch hier seien weitere Übernahmen geplant, sagte Lutz, ohne Details nennen zu wollen. Das Geld für Akquisitionen soll aus dem Verkauf von Immobilien - wie etwa der sanierungsbedürftigen Konzernzentrale - kommen, der zwischen 350 und 380 Millionen Euro in die Kassen spülen soll. Auch in Neuseeland würden Immobilien veräußert.

Von

rtr

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