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09.12.2011

11:06 Uhr

Bayer in den USA

Schärfere Vorschriften für Anti-Baby-Pille gefordert

Das Geschäft mit der Anti-Baby-Pille in den USA könnte für Bayer noch schwieriger werden. Experten haben jetzt strengere Vorschriften für die Einnahme gefordert. Es laufen bereits tausende Klagen wegen der Pille.

US-Experten haben schärfere Einnahmeregeln für die Pille von Bayer gefordert. dpa

US-Experten haben schärfere Einnahmeregeln für die Pille von Bayer gefordert.

Adelphi/FrankfurtWeiterer Dämpfer für Bayer in den USA: Das Geschäft mit den Anti-Baby-Pillen Yasmin und Yaz, das wegen Tausender Klagen bereits unter keinem guten Stern steht, könnte künftig noch schwieriger werden. Gesundheitsexperten in den USA fordern schärfere Einnahmevorschriften für solche Präparate. Hintergrund sind Studien, die bei neueren Verhütungsmitteln mit dem Wirkstoff Drospirenon ein erhöhtes Thrombose-Risiko ausmachen. Dazu zählen auch die lukrativen Bayer-Mittel. Schärfere Vorschriften würden bedeuten, dass Ärzte dann womöglich lieber Präparate empfehlen, die weniger Risikohinweise enthalten.

Ein von der US-Gesundheitsbehörde FDA beauftragtes Beratergremium von Medizinexperten entschied am Donnerstag mit 21 zu fünf Stimmen, Risiken und Vorteile der Pillen würden in den aktuellen Beipackzetteln nicht adäquat wiedergegeben. Die US-Gesundheitsbehörde folgt in der Regel den Empfehlungen ihrer Beratergremien.

Für den Konzern geht es um eines seiner wichtigsten Medikamente. Denn weltweit brachte die Produktfamilie um die Pillen Yasmin, Yaz und Yasminelle 2010 dem Unternehmen 1,1 Milliarden Euro Umsatz ein. Damit war sie die zweitumsatzstärkste Produktklasse nach dem Multiple-Sklerose-Mittel Betaferon. In den USA kam Bayer allein mit der Pille Yaz nach Daten von IMS Health trotz der Konkurrenz durch Nachahmerpräparate noch auf 374 Millionen Dollar Jahresumsatz.

Bei Bayer hieß es zu der Entscheidung der Experten, der Konzern arbeite seit Jahren mit der FDA zusammen, um angesichts neuer wissenschaftliche Daten gegebenenfalls die Produktinformationen anzupassen. „Bayer wird auch weiterhin so verfahren“, erklärte das Unternehmen.

Venenthrombosen entstehen durch Blutgerinnsel in den Gefäßen. Wandern sie in die Lunge oder ins Gehirn, kann es zu gefährlichen Embolien und Schlaganfällen kommen. Auch ältere Anti-Baby-Pillen können mit einem höheren Thrombose-Risiko verknüpft sein, insbesondere mit zunehmendem Alter.

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