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18.04.2013

09:30 Uhr

Bayer-Konkurrent

Syngenta mit sattem Umsatzplus

Der Schweizer Agrarchemiekonzern Syngenta hat seinen Quartalsumsatz um sechs Prozent gesteigert und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Gewinnzahlen gibt erst es erst zum Halbjahr.

Firmenlogo von Syngenta. Der Agrarchemiespezialist hat erfreuliche Umsatzzuwächse verbucht. Reuters

Firmenlogo von Syngenta. Der Agrarchemiespezialist hat erfreuliche Umsatzzuwächse verbucht.

ZürichDie ungebremste Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten wie Mais, Weizen und Soja hat dem Schweizer Agrarchemiekonzern Syngenta zu einem schwungvollen Jahresstart verholfen. Der Weltmarktführer profitierte im ersten Quartal unter anderem von einer starken Pflanzsaison in Lateinamerika, wie das Unternehmen am Donnerstag in Basel mitteilte. "Die Stimmung unter den Landwirten ist unverändert gut", erklärte Konzernchef Mike Mack. Die Verkaufserlöse wuchsen im Auftaktquartal binnen Jahresfrist um sechs Prozent auf 4,57 Milliarden Dollar. Sie lagen damit im Rahmen der Analystenprognosen. Gewinnzahlen veröffentlicht das in Basel ansässige Unternehmen nur zum Halbjahr und am Jahresende. Syngenta-Aktien legten zum Handelsstart leicht zu.

"Die dynamische Entwicklung setzte sich im ersten Quartal 2013 fort, auch wenn schlechtes Wetter im März die Aussaat in der nördlichen Hemisphäre verzögerte", sagte Mack. Für das Gesamtjahr rechnet er mit weiter steigenden Umsätzen. An seinen mittelfristigen Umsatzzielen hielt der Konkurrent von Bayer und Monsanto fest. Syngenta hatte diese im September angehoben und peilt jetzt bis zum Ende des Jahrzehnts für die acht wichtigsten Nutzpflanzen eine Umsatzverdoppelung auf 25 Milliarden Dollar an.

Chemieindustrie in Deutschland

Überraschend guter Jahresschluss

Das Schlussquartal 2012 ist für die deutsche Chemieindustrie überraschend gut ausgefallen. Produktion, Preise wie auch Branchenumsatz haben gegenüber dem Vorquartal zugelegt. Im Gesamtjahr war die Produktion allerdings rückläufig (-3,1 Prozent), damit verpasste die drittgrößte Industriebranche Deutschlands den zunächst erwarteten Rekordumsatz von 186,6 Milliarden Euro (+1,3 Prozent). Die Beschäftigtenzahl stieg um 2 Prozent auf 437 000.

Optimistischer Ausblick

Der Branchenverband VCI erwartet 2013 ein Umsatzplus von etwa 2 Prozent auf 190 Milliarden Euro. Die Produktion werde um 1,5 Prozent steigen, die Preise würden um 0,5 Prozent anziehen. Der VCI geht davon aus, dass sich „die Auftriebskräfte weiter durchsetzen“. Vor allem werde eine große Nachfrage außerhalb Europas erwartet, aber auch das Inlandsgeschäft stimme bislang zuversichtlich.

Sorgenvoller Blick nach Brüssel

Mit Sorgen blickt die Chemiebranche nach Brüssel, wo die EU-Kommission die deutschen Strompreisbefreiungen für die Großindustrie unter die Lupe nehmen will. Obwohl nur 60 der über 1600 Chemieunternehmen von den EEG-Entgelten befreit seien, drohten empfindliche Mehrbelastungen und Verzerrungen im internationalen Wettbewerb, warnt der VCI. Die Belastungen der Chemie-Industrie würden von jetzt 800 Millionen Euro auf rund 2,1 Milliarden Euro steigen. Derzeit könne man die Entwicklung nur abwarten.

Zukunft Spezialchemie

Die Zukunft der Chemieindustrie in Deutschland sieht der VCI in einer weiteren forschungsintensiven Spezialisierung. Laut einer Studie des Forschungsinstituts Prognos im Auftrag des VCI wird der Anteil der Spezialchemie bis ins Jahr 2030 von jetzt 43,3 auf 46,6 Prozent der Produktion ansteigen. Dafür sei eine jährliche Aufstockung des Forschungsbudgets um vier Prozent notwendig. Deutschland werde zwar nicht mit dem globalen Chemiewachstum mithalten können, aber weiterhin ein wichtiger Anbieter nach China, USA, Japan und Indien bleiben.

Seine Verkaufserlöse in der für den Konzern größten Region Europa, Afrika und mittlerer Osten erhöhte Syngenta im Quartal um zehn Prozent. Hier stach vor allem das Geschäft in den GUS-Staaten heraus. Dazu schoben neue Pflanzenschutzmittel die Geschäfte in manchen europäischen Ländern an. In Italien und in einigen nordeuropäischen Staaten gingen die Umsätze dagegen zurück. Hier machte Syngenta das kalte und feuchte Wetter und ein später Start in die Anbausaison zu schaffen.

In Lateinamerika sei hingegen eine starke Pflanzsaison zu Ende gegangen, erklärte das Management. Vor allem das Geschäft im wichtigen Markt Brasilien brummte, wo die Verkaufserlöse bei Mitteln gegen Schadpilze um mehr als 30 Prozent zulegten. Insgesamt setzte Syngenta im Auftaktquartal in Lateinamerika 14 Prozent mehr um als ein Jahr zuvor. In Nordamerika nahmen die Umsätze angeschoben durch kräftige Verkaufserlöse mit Pflanzenschutzmittteln um sechs Prozent zu. Den langen Winter in der Region steckte Syngenta gut weg. Rund liefen die Geschäfte unter anderem mit Mitteln gegen Unkraut im Maisanbau. Auch neue Produkte zur Saatgutbehandlung trugen zum Anstieg bei.

Wie sich der Rivale Bayer im ersten Quartal geschlagen hat, dürfte in der nächsten Woche klar werden. Der Leverkusener Konkurrent will am 25. April seinen Quartalsbericht veröffentlichen. Der weltgrößte Saatguthersteller Monsanto aus St. Louis hatte unlängst nach einem Gewinnsprung im zweiten Quartal seines Geschäftsjahres 2012/13 seine Jahresziele angehoben.

Von

rtr

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