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25.04.2017

10:44 Uhr

Bayer-Kunststofftochter

Covestro setzt sich höhere Ziele

Covestro hat im abgelaufenen Quartal von einer hohen Nachfrage profitiert und deutlich mehr verdient als von Analysten erwartet. Der Kunststoffhersteller setzt nun seine Ziele für das Gesamtjahr hoch.

Die Bayer-Tochter profitierte vor allem von einer gestiegenen Nachfrage aus der Bauindustrie, der Polster- und Matratzenbranche sowie dem Automobil- und Elektrosektor. dpa

Covestro-Zentrale in Leverkusen

Die Bayer-Tochter profitierte vor allem von einer gestiegenen Nachfrage aus der Bauindustrie, der Polster- und Matratzenbranche sowie dem Automobil- und Elektrosektor.

FrankfurtDer Kunststoffhersteller Covestro hat nach einem überraschend kräftigen Ergebnisanstieg im ersten Quartal seine Jahresziele erhöht. „Unsere Zuversicht für das Geschäftsjahr 2017 wurde im ersten Quartal bestätigt“, sagte Finanzchef Frank Lutz am Dienstag. „Zudem zahlt sich unsere Strategie, in allen wichtigen globalen Märkten eine starke Präsenz aufzubauen, mehr und mehr aus.“

Für 2017 rechnet die Bayer-Tochter nun mit einem Betriebsgewinn (Ebitda) deutlich über dem Niveau des Vorjahres von gut zwei Milliarden Euro. Bislang hatte der Vorstand ein Ergebnis auf oder über Vorjahresniveau in Aussicht gestellt. Covestro erwartet unverändert ein Mengenwachstum im Kerngeschäft im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital soll nun deutlich oberhalb des Vorjahres (bisher: leicht oberhalb des Vorjahres) liegen.

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Bayer hat sich über Nacht von weiteren Anteilen an seiner Kunststofftochter Covestro getrennt. Damit holt Konzernchef Werner Baumann rund 1,5 Milliarden Euro herein. Dennoch behält Bayer die Mehrheit – aus gutem Grund.

Zu Jahresbeginn konnte Covestro seinen Absatz in den beiden Kerngeschäftsfeldern Polyurethane und Polycarbonate deutlich ausbauen. Zudem profitiert das Unternehmen weiter von Produktionsausfällen bei der Konkurrenz. Die Kapazitätsengpässe im Markt halten weiter an, „insbesondere im zweiten Quartal“, wie Finanzchef Lutz zu Reuters sagte. Zudem steige die Nachfrage nach wie vor.

Beim Hartschaum-Vorprodukt MDI und bei Polycarbonaten erwartet der Manager deshalb dauerhaft eine höhere Rendite. Dagegen sei der Markt für das Weichschaum-Vorprodukt TDI überhitzt und werde sich wieder normalisieren. Gegenwärtig kämpft der weltgrößte TDI-Hersteller BASF noch mit Problemen bei seiner größten TDI-Anlage in Ludwigshafen, die noch bis ins nächste Jahr hinein nicht auf Volllast fahren kann.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

Im ersten Quartal kletterte der Betriebsgewinn von Covestro um mehr als 66 Prozent auf 846 Millionen Euro - das war deutlich mehr als Analysten erwartet hatten. Der Umsatz lag bei 3,59 Milliarden Euro, ein Plus von knapp einem Viertel. Dazu trug vor allem der Bereich Polyurethane mit den Produkten MDI und TDI bei, in dem sich die Preise um mehr als ein Viertel erhöhten.

Im Bereich Polycarbonate, in dem Covestro Weltmarktführer ist, profitierte die Firma vor allem von einer gestiegenen Nachfrage aus der Automobil- und Elektroindustrie. Bayer hält noch gut 53 Prozent an Covestro, nachdem der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern die Gesellschaft im Herbst 2015 an die Börse gebracht hatte.

Von

rtr

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