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23.05.2016

09:28 Uhr

Bayer legt Angebot vor

62 Milliarden Dollar für Monsanto

VonSiegfried Hofmann

Bayer hat sein offizielles Angebot für den umstrittenen US-Saatgutkonzern Monsanto vorgelegt. Mit der Übernahme würden die Leverkusener zum weltgrößten Saatguthersteller aufsteigen. Die Börse sieht den Deal kritisch.

Bayer will Monsanto

62-Milliarden-Dollar-Angebot: Kommt der Mega-Deal zustande?

Bayer will Monsanto: 62-Milliarden-Dollar-Angebot: Kommt der mega Deal zustande?

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Leverkusen/FrankfurtDer Chemie- und Pharmakonzern Bayer will für insgesamt 62 Milliarden Dollar den US-Saatgutriesen Monsanto kaufen. Der deutsche Chemie- und Pharmakonzern bietet danach 122 Dollar je Aktie, das entspricht rund 55 Milliarden Euro und einem Aufschlag von 37 Prozent gegenüber dem Monsanto-Kurs vom 9. Mai.

Es wäre die mit Abstand größte Übernahme, die Bayer je getätigt hat, und auch die größte Übernahme eines deutschen Unternehmens im Ausland. Bayer will den Deal überwiegend über Kredite finanzieren und plant darüber hinaus eine Kapitalerhöhung, die etwa 25 Prozent des Transaktionswertes entspricht. Das würde auf die Ausgabe von neuen Aktien im Volumen von etwa 14 Milliarden Euro hinauslaufen.

Die Übernahme schaffe ein führendes Geschäft mit einem umfangreichen integrierten Angebot an landwirtschaftlichen Produkten und einer erstklassigen Forschungspipeline, begründet Bayer die Offerte. Der Leverkusener Konzern geht davon aus, dass er insgesamt 1,5 Milliarden Dollar an Synergien aus der Integration von Monsanto in sein eigenes Agrochemiegeschäft erzielen kann.

Die Übernahme könne daher einen Beitrag zum bereinigten Ergebnis je Aktie im mittleren einstelligen Prozentbereich bereits im ersten vollen Jahr nach Abschluss der Transaktion leisten, und einen zweistelligen Effekt in den Folgejahren.

An der Börse waren die Pläne zunächst nicht gut angekommen. Die Bayer-Aktien waren eingebrochen, da die Anleger eine kostspielige Übernahme befürchteten, die mittels Kapitalerhöhung finanziert werden könnte. Die Aktie sackte am Montag erneut um bis zu 3,6 Prozent auf ein Zweieinhalb-Jahres-Tief von 86,30 Euro ab. „Das Angebot ist ziemlich hoch, wenn man bedenkt, dass das der erste Versuch ist“, kommentierte ein Aktienhändler die Bayer-Offerte.

Der Saatgutkonzern Monsanto

Hersteller

Der US-amerikanische Konzern Monsanto ist einer der weltgrößten Hersteller von – oft auch gentechnisch verändertem – Saatgut sowie Unkrautbekämpfungsmitteln.

Umsatz

Das Unternehmen mit Hauptsitz in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri gehört zu den 500 größten börsennotierten in den USA und setzte zuletzt rund 15 Milliarden US-Dollar (gut 13 Mrd. Euro) um. Dabei erzielte Monsanto einen Überschuss von 2,3 Milliarden Dollar.

Mitarbeiter

Weltweit beschäftigt das Unternehmen nach eigenen Angaben knapp 21.200 Menschen, fast die Hälfte davon in den USA. Der Saatgutkonzern ist in 66 Ländern vertreten – auch in Deutschland.

Kritik

Monsanto bezeichnet eine nachhaltige Landwirtschaft als „Kernanliegen“, wird jedoch weltweit von Umweltschutzorganisationen unter anderem für die Herstellung von gentechnisch veränderten Saatgut heftig kritisiert.

Quelle: dpa

Wie aus einem Brief von Bayer an die Monsanto-Führung hervorgeht, ging die Initiative für den Zusammenschluss der beiden Unternehmen von Monsanto aus. Offenbar war der US-Konzern eher an einer Übernahme der Bayer Sparte Crop Science interessiert. In einer Mitteilung von der vergangenen Woche hatte er die Offerte von Bayer als unerwünscht bezeichnet.

Die Übernahme von Monsanto biete für Bayer „eine überzeugende Gelegenheit, ein weltweit führendes Unternehmen für Saatgut, Pflanzeneigenschaften und Pflanzenschutz zu schaffen.“ Gleichzeitig werde Bayer als Life-Science-Unternehmen mit einer gefestigten Position in einer langfristigen Wachstumsbranche gestärkt.

Kommentare (16)

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Herr wulff baer

23.05.2016, 08:12 Uhr

Aufstieg zum größten Saatgut und Pflanzengift-Hersteller!
Mein Gott, wer wünscht sich denn außer der gewissenlosen Finanzindustrie die Bayer-Akquisition des Herstellers von Agent Orange und anderen Massenvernichtungs-Substanzen?

Account gelöscht!

23.05.2016, 08:22 Uhr

Macht m.E, langfristig durchaus strategisch-taktisch Sinn der Deal für Bayer auch durch die entstehenden Synergien. Aber ist kurzfristig ein ziemlich teurer Spaß.

Account gelöscht!

23.05.2016, 08:23 Uhr

Macht m.E. langfristig durchaus strategisch-taktisch Sinn der Deal für Bayer auch durch die entstehenden Synergien. Aber ist kurzfristig ein ziemlich teurer Spaß.

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