Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.04.2016

08:51 Uhr

Bayer

Leverkusener auf Rekordfahrt

VonBert Fröndhoff

Der Pharma- und Pflanzenschutzhersteller wächst im ersten Quartal nur schwach, verdient aber weiter prächtig. Die Ziele für das Gesamtjahr bestätigt Bayer. Treiber bleibt das Pharmageschäft – anders die Agrochemie.

Der Vorstandsvorsitzende von Bayer, Marijn Dekkers, gibt die Richtung für den Konzern vor: nach oben. dpa

Bayer

Der Vorstandsvorsitzende von Bayer, Marijn Dekkers, gibt die Richtung für den Konzern vor: nach oben.

LeverkusenEs war das letzte Quartal von Marijn Dekkers – und auch im Schlussspurt seiner Zeit als Bayer-Chef ist der Niederländer seiner Linie treu geblieben: Bayer sieht sich auf Kurs für ein weiteres Rekordergebnis in diesem Jahr. Allerdings schafft der Konzern sein Wachstum nicht mehr in dem hohen Tempo, mit dem er noch im vergangenen Jahr zulegte.

Das lag am Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten (OTC) und der Agrarchemiesparte, deren Umsatz jeweils nur leicht stieg. Angesichts der schwachen Konjunktur im Pflanzenschutz insgesamt, schlug sich die Division aber wacker. Im OTC-Geschäft belastete Bayer unter anderem die schwache Erkältungssaison in den USA. Bayers Konzernumsatz stieg in den ersten drei Monaten des neuen Jahres um 0,5 Prozent auf 11,941 Milliarden Euro. Währungs- und portfoliobereinigt entspricht das einem Zuwachs von 3,2 Prozent.

Deutlich verbessern konnte Bayer hingegen das operative Ergebnis. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda vor Sondereinflüssen) erhöhte sich um 15,7 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro. Das ist mehr, als die Analysten im Schnitt erwartet hatten. Auch unter dem Strich entwickelte sich der Gewinn stark: Das Konzernergebnis legte 13,3 Prozent auf 1,51 Milliarden Euro zu.

Bayer-Chef Marijn Dekkers: Abschied eines Goldjungen

Bayer-Chef Marijn Dekkers

Premium Abschied eines Goldjungen

Marijn Dekkers verlässt Bayer mit einem Rekordgewinn. Unter seiner Führung ist der Pharmakonzern zu einem der wertvollsten deutschen Unternehmen aufgestiegen. Nachfolger Werner Baumann tritt ein großes Erbe an.

„Alle Segmente konnten ihre operative Performance steigern“, sagte Dekkers und bekräftigte den Ausblick aufs Gesamtjahr. Danach sollen Umsatz und operatives Ergebnis des Konzerns in seinem neuen Zuschnitt auf Pharma und Pflanzenschutz mit einem mittleren einstelligen Prozentsatz zulegen – also nur noch halb so stark wie im Vorjahr. Bayer zollt damit vor allem der vergleichsweise schwierigen Lage in der Agrarchemie Tribut. Dennoch würde 2016 damit ein weiteres Rekordjahr.

Entscheidend wird für Bayer, wie stark sich das schwache Konjunkturumfeld in der Agrarchemie auf die Ergebnisse der Division Crop Science niederschlagen. Im ersten Quartal unterstrich der Konzern, dass er mit Problemen vor allem in Lateinamerika weiterhin gut klarkommt – besser als etwa die Konkurrenz aus den USA. Crop Science steigerte den Umsatz um 1,2 Prozent auf 3 Milliarden Euro. Das Ebitda vor Sondereinflüssen verbesserte sich um 6,3 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro – unter anderem, weil Bayer in einigen Segmenten die Preise erhöhen konnte.

Treiber des Bayer-Geschäfts bleibt die Arzneisparte, die sich im ersten Quartal in einer sehr guten Verfassung zeigte. Die Pharmasparte profitierte vom starken Wachstum seiner wichtigsten Produkte, dem Gerinnungshemmer Xarelto und dem Augenmittel Eylea. Der Umsatz im Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten stieg im ersten Quartal um 12,2 Prozent auf 3,89 Milliarden Euro, das Ebitda vor Sondereinflüssen legte um 16,2 Prozent auf 1,26 Milliarden Euro zu.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×