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25.05.2016

15:03 Uhr

Bayer und Monsanto

So geht der Übernahme-Poker weiter

Die erste Runde ist eröffnet: Im Poker um die Übernahme des US-Konzerns Monsanto durch Bayer rückt jetzt der Kaufpreis in den Fokus. Ist ein Zuschlag nötig – oder kann Bayer Monsanto anders überzeugen?

Der Bayer-Konzern will den US-Agrarchemieriesen Monsanto für 62 Milliarden US-Dollar kaufen. Dem war das Angebot zu niedrig. dpa

Bayer AG

Der Bayer-Konzern will den US-Agrarchemieriesen Monsanto für 62 Milliarden US-Dollar kaufen. Dem war das Angebot zu niedrig.

Leverkusen/St. LouisÜbernahmen und Fusionen sind ein schwieriges Geschäft – auch der Fall Bayer/Monsanto könnte zu einem Poker um Macht und Milliarden werden. Es geht meist um viel Geld der Eigentümer, um Kosten und Marktpositionen, um künftige Profite und nicht zuletzt auch um die Sicherheit von Jobs.

Doch oft entscheidet sich schon zu Beginn, ob ein Zusammenschluss Aussicht auf Erfolg hat oder auf Widerstand stößt, in einer Übernahme- und Abwehrschlacht endet oder auch abgeblasen wird. Das ist beim geplanten milliardenschweren Kauf des amerikanischen Saatgut- und Pflanzenschutzkonzerns Monsanto durch Deutschlands größtes Pharma- und Agrarchemie-Unternehmen Bayer nicht anders.

Die Mitteilung aus St. Louis (US-Bundesstaat Missouri), die am Dienstag in die Bayer-Konzernzentrale flatterte, war auf den ersten Blick nicht auf Konfrontation angelegt. Zu niedrig sei zwar der vorgeschlagene Kaufpreis, ließ das Management die Leverkusener wissen – aber man sei zu Gesprächen bereit. Und noch mehr war dort zu lesen: Eine „integrierte Strategie“ könne erhebliche Vorteile bringen, erklärte Monsanto-Chef Hugh Grant dem Bayer-Kollegen Werner Baumann.

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In starken Börsenzeiten, wie derzeit an der Wall Street, zahlen Firmen oft zu viel. Dann bricht ihr Aktienkurs ein – wie bei Bayer. Bis zu 70 Prozent der Deals gehen nicht auf. Doch es gibt auch positive Beispiele.

Der neue Mann an der Spitze des Dax-Konzerns hat sich einiges vorgenommen – nur 23 Tage nach seinem Amtsantritt. Kaum vorstellbar, dass sein Vorgänger Marijn Dekkers, der Bayer in den vergangenen Jahren zum lupenreinen Gesundheits- und Agrarkonzern umgebaut hat, nicht in die Pläne eingeweiht war und sie mit vorantrieb. In den kommenden Tagen und Wochen jedenfalls dürften die Drähte zwischen Leverkusen und St. Louis heiß laufen.

Die Wahrscheinlichkeit einer nachgebesserten Offerte gilt als hoch. Analysten verweisen etwa auf eine gemessen an der Ertragskraft höhere Bewertung bei den jüngsten Zukäufen in der Branche. So will das chinesische Unternehmen ChemChina den schweizerischen Pflanzenschutz-Primus Syngenta für 43 Milliarden US-Dollar schlucken. Monsanto selbst war mit seinem Angebot in ähnlicher Größenordnung im Vorjahr noch am Widerstand der Schweizer gescheitert.

Derzeit herrscht in der Pharma- und Pflanzenschutzbranche extreme Nervosität. Die Marktbereinigung durch Übernahmen und Fusionen schreitet voran. Will Bayer mit seinen Avancen an Monsanto seiner eigenen Übernahme zuvorkommen? Dies wird zwar geschrieben – bleibt aber Spekulation. So hatte das Handelsblatt berichtet, der deutsche Konzern habe die Flucht nach vorn angetreten, um zu verhindern, dass sich Monsanto gemeinsam mit einem Partner wie dem US-Pharmariesen Pfizer die Leverkusener einverleiben könnte.

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