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12.04.2012

11:05 Uhr

Bayer

Zulassung für Schlaganfall-Mittel beantragt

Für das Medikament Xarelto hat der Pharmakonzern Bayer bei der europäischen Arzneimittelbehörde die Zulassung beantragt. Das Mittel soll in der Spitze mehr als zwei Milliarden Euro Umsatz pro Jahr bringen.

Das Logo des Bayer-Konzerns in Karlsruhe. dpa

Das Logo des Bayer-Konzerns in Karlsruhe.

FrankfurtDer Pharma- und Chemiekonzern Bayer baut das Geschäft mit seinem lukrativen Schlaganfallmedikament Xarelto weiter aus. Bayer habe bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA beantragt, das Präparat auch zur Behandlung von Lungenembolien zuzulassen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Berlin mit. Die Tablette soll zudem zum Langzeitschutz vor wiederkehrenden Venenthrombosen eingesetzt werden können. Xarelto ist das wichtigste neue Medikament des Leverkusener Konzerns. Alle Therapiegebiete zusammengenommen soll das Präparat Bayer in der Spitze einmal mehr als zwei Milliarden Euro Umsatz jährlich einbringen. Im vergangenen Jahr waren es 86 Millionen Euro. Die Bayer-Aktie legte in einem positiven Gesamtmarkt um 0,5 Prozent zu.

Lungenembolien können entstehen, wenn sich größere Blutgerinnsel aus den Venen losreißen und in die Lunge wandern. Die Gerinnsel können dort große Gefäße verstopfen, was lebensbedrohlich ist.

Die höchsten Umsätze mit Xarelto erwartet Bayer nach wie vor beim Einsatz des Mittels zur Vorbeugung gegen Schlaganfälle. Die Behörden in Europa und in den USA hatten der Arznei für den Einsatz in diesem Feld 2011 den Weg frei gemacht. Auch zum Schutz vor Thrombosen nach größeren orthopädischen Operationen ist der Gerinnungshemmer bereits auf dem Markt. Das ist allerdings ein eher kleines Einsatzgebiet. Die Behandlung von Lungenembolien und Venenthrombosen könnte Bayer zufolge etwa 15 bis 20 Prozent des erwarteten Gesamtumsatzes mit Xarelto ausmachen.

Bayer arbeitet bei Xarelto mit dem US-Konzern Johnson & Johnson zusammen. Die Partner wollen in den USA nach früheren Angaben ebenfalls noch im zweiten Quartal die Zulassung des Mittels zur Behandlung von Lungenembolien beantragen. Dazu streben die Unternehmen dort auch den Einsatz des Präparats zur Behandlung von tiefen Venenthrombosen an. In Europa ist Xarelto für dieses Einsatzgebiet bereits zugelassen.

Erst vor kurzem hatte Bayer Ergebnisse aus einer großen Lungenembolie-Studie auf einem Medizinerkongress in den USA vorgestellt. Bayer zufolge erwies sich die Tablette in dem Test als genauso wirksam wie eine Standardtherapie bestehend aus dem Mittel Enoxaparin und einem Vitamin-K-Antagonisten wie etwa Warfarin. An dem Test mit der Bezeichnung „Einstein-PE“ hatten 4833 Patienten mit akuter Lungenembolie teilgenommen, die über drei, sechs oder zwölf Monate behandelt wurden.

Von

rtr

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