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10.01.2013

11:52 Uhr

Beherrschungsvertrag

VW übernimmt das Steuer bei MAN

Volkswagen will seine Lkw-Sparte zur Nummer Eins machen. Doch bisher verläuft die Integration von Scania und MAN nur schleppend. Nun wollen die Wolfsburger die komplette Kontrolle übernehmen.

MAN soll schneller wachsen. dapd

MAN soll schneller wachsen.

WolfsburgVolkswagen treibt die lange schleppende Allianz der beiden Lkw-Töchter MAN und Scania weiter voran. Wenige Monate nach dem Erreichen der Dreiviertelmehrheit bei MAN kündigte der Wolfsburger Konzern am Mittwoch einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit dem Münchner Lastwagen- und Maschinenkonzern an. Darüber sollten nun Gespräche mit dem MAN-Vorstand aufgenommen werden.

Als nächster Schritt soll nach Angaben einer Unternehmenssprecherin ein Abfindungsangebot an die übrigen Aktionäre folgen. Davor muss MAN noch bewertet werden, um die Höhe der Offerte festzulegen.

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Noch kann nicht genau beziffert werden, welchen Preis Volkswagen den Investoren für ihre Aktien anbieten wird: Zunächst müsse der Durchschnitts-Kurs der MAN-Aktien über die vergangenen drei Monate ermittelt werden, sagte Christine Ritz, Leiterin Investor Relations bei den Wolfsburgern gegenüber Handelsblatt Online. Danach erfolge eine Bezifferung des Werts der Aktien basierend auf einer vollständigen Bewertung des Unternehmens durch unabhängige Wirtschaftsprüfer. Nach den gesetzlichen Vorgaben sei Volkswagen verpflichtet den höheren der beiden Werte zu bieten. Wer sich auf das Angebot nicht einlasse, könne die Aktien behalten und erhalte stattdessen eine Dividende, fügte sie hinzu.

Gemessen am aktuellen Börsenkurs müsste VW knapp 3,2 Milliarden Euro hinblättern, um die restlichen MAN-Anteile zu übernehmen. Mit der Beherrschung bekommt VW Zugriff auf die MAN-Kasse. Allerdings hat der Konzern wiederholt betont, dass dies nicht das Motiv für die Übernahme sei.

Die weltgrößten Lkw-Hersteller nach Absatz

Platz 10

Ashok Leyland - Indien
Mit 80.000 verkauften Lkws kommen die Inder international auf einen Marktanteil von 2,8 Prozent. Allerdings beschränkt sich das Geschäft im Wesentlichen auf den Heimatmarkt.

Platz 9

Bejing Automotive Industry - China
Der Staatskonzern landet mit 109.400 verkauften Lkws und einem Marktanteil von 3,8 Prozent ebenfalls unter den größten Herstellern der Welt. Auch hier sind die internationalen Ambitionen begrenzt.

Platz 8

Torch - China
Ein weiterer im Westen eher unbekannter Hersteller, der mit einem Lkw-Absatz von 113.200 auf einen Marktanteil von 3,9 Prozent kommt.

Platz 7

Volvo - Schweden
Beim Profit gehören die Schweden zu den absoluten Top-Marken weltweit. Bei den abgesetzten Fahrzeugen landen sie mit 125.800 verkauften Einheiten nur bei einem Marktanteil von 4,3 Prozent.

Platz 6

MAN/Scania - Deutschland/Schweden
Das neue Doppel des VW-Konzerns kommt gemeinsam auf 152.400 verkaufte Fahrzeuge und einen Marktanteil von 5,2 Prozent. Von der Spitze sind die Marken selbst gemeinsam noch weit entfernt.

Platz 5

Tata-Motors - Indien
In Europa machten die Inder vor allem mit der Übernahme von Jaguar und einem Billigauto Furore. Doch auch bei Trucks ist der Konzern vorne mit dabei. 194.900 abgesetzte Exemplare bescheren einen Marktanteil von 6,7 Prozent.

Platz 4

China Heavy National Duty Truck - China
Zu den chinesischen Spitzenreiter gehört auch dieser Staatskonzern, der 1935 gegründet wurde. Mit 199.900 verkauften Lkws erreicht der Konzern einen Marktanteil von 6,9 Prozent.

Platz 3

First Automotive Works - China
Bronze geht nach China. Der Volkswagen-Partner in der Volksrepublik setzte 2011 rund 274.300 Trucks ab und kommt damit auf einen Marktanteil von 9,5 Prozent.

Platz 2

Daimler Trucks - Deutschland
Was Umsatz und Profit angeht, kann kein anderer Lkw-Hersteller den Stuttgartern das Wasser reichen. Doch beim Absatz muss sich der Branchenprimus geschlagen geben: Mit 280.700 verkauften Lkws und einem Marktanteil von 9,7 Prozent erreicht Daimler nur Silber.

Platz 1

Dongfeng - China
Kein Hersteller verkaufte im Jahr 2011 so viele Lkws wie die Chinesen. Ein Absatz von 300.100 Fahrzeugen ist ein Marktanteil von 10,3 Prozent und damit Gold.

Der Konzern hatte seine Kapitaldecke vor kurzem mit einer Wandelanleihe um 2,5 Milliarden Euro aufgestockt. Ein Sprecher machte deutlich, dass dieses Geld nicht zur Abfindung der MAN-Aktionäre eingesetzt werde, sondern für langfristige Investitionen gedacht sei.

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