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19.09.2012

07:27 Uhr

Behutsamer Stellenabbau

RWE-Chef stichelt gegen Eon

VonJürgen Flauger

ExklusivÜblicherweise sprechen Eon und RWE mit einer Stimme. Umso erstaunlicher sind die Äußerungen von Peter Terium, von denen das Handelsblatt erfahren hat: Der RWE-Chef will beim Stellenabbau behutsamer vorgehen als Eon.

Peter Terium will bei Stellenabbau sensibler sein. Reuters

Peter Terium will bei Stellenabbau sensibler sein.

DüsseldorfDer neue Chef von RWE, Peter Terium, will beim geplanten Stellenabbau behutsamer vorgehen als Johannes Teyssen bei Konkurrent Eon und stichelt gegen dessen rüde Methoden. „Selbstverständlich ist unsere Intention, alles sozialverträglich zu machen“, sagte er in einem Gespräch mit Betriebsräten, das im Mitarbeitermagazin „team:“ veröffentlicht wurde und dem Handelsblatt vorliegt.

Er fügte hinzu: „Ich sage es ganz eindeutig: Sozialverträglich heißt für mich nicht, dass wir versuchen, Leute mit Versetzungsangeboten zu frustrieren, sie nach Ost-Europa zu schicken in der Hoffnung, dass sie von selbst kündigen. So geht man nicht mit seinen Mitarbeitern um.“

Teyssen hatte Mitarbeiter mit einem vergifteten Angebot verärgert: In einer Präsentation wurde den Angestellten in den deutschen Standorten die rumänische Stadt Cluj-Napoca schmackhaft gemacht. Der Konzern wollte einen Großteil seines Rechnungswesens dorthin verlagern. Die deutschen Mitarbeiter könnten ja mit in die viertgrößte Stadt Rumäniens wechseln, bot das Management an - wohlwissend, dass keiner annehmen würde.

Als Terium im Juli den Arbeitnehmervertretern seine Pläne präsentierte, 2.400 Stellen abzubauen oder zu verlagern, kamen in der Belegschaft Ängste auf, RWE könne ähnlich vorgehen.

Terium versuchte den Ängsten im Mitarbeitermagazin entgegen zu wirken. Es gehe darum, die Kosten zu senken, aber gleichzeitig „möglichst viele Mitarbeiter mitzunehmen“, sagte er. „Dabei werden wir die Zumutbarkeit für jeden Mitarbeiter berücksichtigen“, sagte Terium und er versprach auch, dies gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern zu definieren, beispielsweise welche Fahrstrecke bei einem Wechsel zumuten sei.

Kommentare (3)

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Joerg

19.09.2012, 11:41 Uhr

Wie wäre denn die Reaktion ausgefallen, wenn Herr Teyssen Malorca, statt Rumänien, angeboten hätte?

Durchblicker

19.09.2012, 14:16 Uhr

Nicht ganz gescheit, diese Frage. Was soll ich in Mallorca ? Hätte E.ON nicht so viel verzockt, als es vor Jahren um die Endesa ging und wäre mit E.ON Ruhrgas etwas besonnener umgegangen, so hätte man nun nicht diese angeblichen großen Probleme wegen Abschaltung der AKW. Hochmut kommt immer vor dem Fall und dieser Spruch bewahrheitet sich jetzt. Und die Kleinen sollen dafür büßen.

Account gelöscht!

19.09.2012, 16:49 Uhr

So ein Blödsinn... welche Antwort erhoffen Sie sich denn auf diese Frage? Glauben Sie dann hätten alle gesagt "Juhu, dann ziehe ich mit Kind und Kegel nach Malle"? Schwacher Kommentar zu einem nicht witzigen Thema...

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