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31.01.2006

16:32 Uhr

Bei Arcelor-Übernahme durch Mittal

Bremer Stahlwerker fürchten um Investitionszusagen

Eine Übernahme des Stahlkonzerns Arcelor durch den weltweiten Branchenführer Mittal wird bei den Stahlwerken Bremen mit Besorgnis gesehen.

HB BREMEN. „Ich befürchte, dass die Zeche letztlich die Beschäftigten zahlen müssen“, sagte der Betriebsratschef der Stahlwerke, Michael Breidbach, am Dienstag. Es gebe Investitionszusagen von Arcelor für die Bremer Tochter. Diese seien unter veränderter Konstellation kaum vorstellbar. Nach seiner Kenntnis habe Mittal relativ hohe Schulden, sagte Breidbach. So würde sich ein Zusammenschluss insgesamt negativ auswirken.

Dagegen sieht der Vorstand nach Angaben eines Sprechers „im Moment keine direkte oder indirekte Bedrohung für das Bremer Werk“. Weitere Aussagen zum Thema Übernahme wollte der Sprecher nicht machen und verwies auf die Arcelor-Konzernzentrale in Luxemburg.

Auch die Bremer Landesregierung zeigte sich auf Anfrage zugeknöpft. „Bremen möchte sich raushalten“, sagte ein Sprecher von Wirtschaftssenator Jörg Kastendiek (CDU). Wichtig sei, dass die Arbeitsplätze in Bremen erhalten bleiben. Und derzeit werde nicht damit gerechnet, dass eine Übernahme Arbeitsplätze vernichte. Im Bremer Stahlwerk sind derzeit rund 3600 Mitarbeiter beschäftigt.

Das Land Bremen hatte im Dezember 2004 seinen Stahlwerke-Anteil von 30,33 Prozent an den Mehrheitsgesellschafter Arcelor für 134 Mill. Euro verkauft. Verbunden sind mit dem Vertrag Millionen- Investitionen unter anderem in das Kaltwalzwerk der Hütte.

Anfang der 90er Jahre drohte mit der Stahlkrise der damals zur Klöckner-Werke AG gehörenden Hütte mit fast 6000 Beschäftigten das Ende. Zur Rettung hatte sich damals neben Bremer Unternehmen auch das Land finanziell engagiert.

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