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11.01.2013

18:16 Uhr

Bei Börsengang

Daimler will bei chinesischem Partner einsteigen

Der chinesische Autobauer BAIC plant seinen Börsengang – und Daimler will offenbar bis zu 20 Prozent übernehmen. Der bisherige Partner könnte für die Stuttgarter zum Standbein im chinesischen Markt werden.

Daimler-Chef Dieter Zetsche: Einsteig bei BAIC im Blick? dpa

Daimler-Chef Dieter Zetsche: Einsteig bei BAIC im Blick?

FrankfurtDer Autobauer Daimler steht Finanzkreisen zufolge vor dem Einstieg bei seinem an die Börse strebenden chinesischen Partner Beijing Automotive Group (BAIC). "Daimler könnte beim Börsengang einen Anteil von 10 bis 20 Prozent übernehmen, je nachdem wie die Gespräche mit den Chinesen laufen", sagte eine von drei mit der Transaktion vertrauten Personen, die von den Plänen berichteten. Daimler wollte sich am Freitag dazu nicht äußern. Der chinesische Autobauer, der gemeinsam mit Daimler Mercedes-Fahrzeuge in China herstellt und vertreibt, war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

BAIC will seine Pkw-Sparte in diesem Jahr an die Hongkonger Börse bringen, wie der Chef des vom chinesischen Staat kontrollierten Autobauers, Xu Heyi, bereits im vergangenen September Reuters gesagt hatte. Das Emissionsvolumen solle sich auf mindestens eine Milliarde Dollar belaufen, sagten zwei Insider.

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Der Börsengang soll von Goldman Sachs und Morgan Stanley organisiert werden. Die Börsenplatzierung könne sich aber auch noch bis ins kommende Jahr verzögern, schränkte ein Insider ein. Ankerinvestoren, die größere Anteilspakete zeichnen, kommen bei Börsengängen immer mehr in Mode, weil die Emittenten damit mehr Sicherheit für einen Erfolg der Platzierung gewinnen.

BAIC-Chef Xu Heyi hatte im September noch mit Einnahmen aus einem Börsengang von rund 1,6 Milliarden Dollar kalkuliert. Mit dem Geld wolle BAIC das Pkw-Geschäft ausbauen und bald eigene Oberklasse-Modelle auf den Markt bringen. Bisher produziert BAIC als Partner von Daimler und Hyundai deren Modelle in China. Zudem hat der fünftgrößte Autobauer der Volksrepublik mit dem E150 einen eigenen Kleinwagen im Programm.

Seit drei Jahren ist China vor den USA der weltgrößter Automarkt, auf dem Daimler aber - wie weltweit - den deutschen Konkurrenten BMW und Audi hinterher fährt. Daimler hatte im Dezember angekündigt, seine beiden konkurrierenden Vertriebskanäle in China zu bündeln, um künftig gewinnschmälernde Rabatte zu vermeiden. An der neuen gemeinsamen Vertriebsgesellschaft für Import-Fahrzeuge und in China gebaute Mercedes-Autos ist BAIC zur Hälfte beteiligt.

Die größten Autohersteller in China

Methodik

Einmal pro Quartal erstellen die Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young ein Ranking der größten Autokonzerne nach Absatz. Wie die Autohersteller in China abgeschnitten haben. (Daten: 2. Quartal 2012)

Platz 10

BMW - 79.000 verkaufte Fahrzeuge

China gehört für die Münchener zu den wichtigsten Märkten der Welt. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der Absatz im zweiten Quartal um satte 25 Prozent zulegen.

Platz 9

Peugeot-Citroën - 100.000 verkaufte Fahrzeuge

Während der Heimatmarkt schwächelt, können die Franzosen in Fernost ihre Verkäufe ausbauen - wenn auch schwächer als die Konkurrenz. Der Absatz legt um neun Prozent zu.

Platz 8

Kia- 120.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Koreaner können auch im Nachbarland ihren Erfolgskurs fortsetzen. Mit einem Wachstum von 26 Prozent gehören sie zu den erfolgreichsten Volumenherstellern in China.

Platz 7

Ford - 156.000 verkaufte Fahrzeuge

Ein fünftel des Absatzes machen die US-Amerikaner in China. Im Jahresvergleich legten die Verkäufe im Reich der Mitte um 16 Prozent zu.

Platz 6

Honda - 179.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Japaner sind der wachstumsstärkste Hersteller im Ranking. Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um satte 69 Prozent. Die Folgen der Flutkatastrophe scheinen überwunden zu sein.

Platz 5

Hyundai - 188.000 verkaufte Fahrzeuge

Wesentlich schwächer läuft das Geschäft dagegen für die koreanische Konkurrenz. Während Hyundai weltweit stark wächst, legten die Verkäufe in China im Jahresvergleich nur um vier Prozent zu.

Platz 4

Toyota - 231.000 verkaufte Fahrzeuge

Das Ziel ist klar: Der weltgrößte Autohersteller der Welt will auch im chinesischen Markt zurück auf die Spitzenplätze. Dem eigenen Anspruch wird Toyota mit einem Wachstum von 57 Prozent im zweiten Quartal fast schon wieder gerecht.

Platz 3

Nissan - 344.000 verkaufte Fahrzeuge

Doch im chinesischen Markt ist ein japanischer Konkurrent sogar noch stärker als Toyota. Weil das Wachstum mit 16 Prozent im Verhältnis schwächer ausfällt, schrumpft der Vorsprung.

Platz 2

Volkswagen - 666.000 verkaufte Fahrzeuge

Für keinen deutschen Hersteller ist der chinesische Markt wichtiger als für VW. Fast ein Drittel der Autoproduktion wird in China verkauft. Mit einem Wachstum von 19 Prozent blasen die Wolfsburger zum Angriff auf die Spitze.

Platz 1

General Motors - 672.000 verkaufte Fahrzeuge

Doch die Spitzenposition in China können immer noch die US-Amerikaner verteidigen - wenn auch knapp. Mit einem Wachstum von 14 Prozent bleibt der Konzern in China führend.

In China verkauft Daimler derzeit etwa jeden sechsten Pkw. Um wieder Anschluss an die weit vorausfahrende Konkurrenz zu finden, hat Daimler mit dem Nutzfahrzeugmanager und früheren Chef der Tuning-Tochter AMG, Hubertus Troska, eigens einen Vorstand für die Geschäfte im Reich der Mitte berufen. "Daimler könnte sich einen Anteil an einem schnell wachsenden Fahrzeughersteller beteiligen, der mit geringen Kosten produziert", sagte NordLB-Analyst Frank Schwope.

An der Börse war in der vergangenen Woche zudem über den Einstieg des staatlichen chinesischen Investmentfonds China Investment Corporation (CIC) spekuliert worden, nachdem im vergangenen Jahr des Staatsfonds Aabar aus dem arabischen Emirat Abu Dhabi bei den Stuttgartern ausgestiegen war. Ein Insider sagte Reuters allerdings, die Gerüchte über einen Einstieg von CIC mit vier bis zehn Prozent entbehrten jeder Grundlage. Größter Daimler-Aktionär ist das Golf-Emirat Kuwait mit 7,6 Prozent der Anteile, im Gegensatz zu BMW und Audi hat bei Daimler kein einzelner Aktionär eine Sperrminorität.

Wachstumsmarkt: Daimler will offenbar China-Vorstand berufen

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In der kommenden Woche will Daimler seinen Vorstand für den Wachstumsmarkt ernennen.

Vor dem Jahreswechsel hatte Daimler bei Investoren in China die Werbetrommel gerührt. In den kommenden Wochen wird mit der Verlängerung des Vertrages von Vorstandschef Dieter Zetsche um weitere drei Jahre gerechnet, obwohl Daimler für das vergangene Jahr - vor allem wegen der Absatzprobleme in China - einen Einbruch des operativen Gewinns um rund eine auf acht Milliarden Euro erwartet. Die Anleger stimmten die Stuttgarter schon auf eine geringere Dividende für 2012 ein: Eine Ausschüttung in Höhe von zwei Euro sei realistischer als die für 2011 gezahlte Dividende von 2,20 Euro, hatte Daimler vor Jahresende dem Finanzmarkt signalisiert.

Von

rtr

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

11.01.2013, 19:53 Uhr

Oh Gott, jetzt gehen die "Welt AG"-Abenteuer wieder los.. weil DaimlerChrysler ja schon so gut funktioniert hat.

Don

11.01.2013, 21:36 Uhr

.....mit der Kneifzange würd ich die Chinesen nicht anpacken. Deren Welt ist nicht die Unsrige. Aber da bei Daimler alisa Mercedes Benz ohnehin eine Übernahme durch die Chinesen ins Haus steht, sollen sich die Nadelstreifen in Stuttgart doch in Peking anbiedern. Das beste wäre, wenn im Stuttgarter Werk schon die rote Fahne wehen würde. Es ist ja nicht zu fassen, was diese unfähigen und widerwärtigen Personen sich in Stuttgart schon geleistet haben. Aber es ist eh egal. Der lang vorbereitete Abstieg dieser einstmals exellenten Firma, wird durch die Krönung der gemeinsamen Fertigung mit der Rostschmiede Renault, dem japanischen 08/15-Hersteller Nissan und jetzt als Höhepunkt der Einstieg bei den Chinesen und der nachfolgenden Übernahme von Mercedes durch die Chinesen geadelt. Am besten sollte alles in Stuttgart, Möhringen und wo noch abgebaut werden, und per Schiff nach China zum Versand gebracht werden. Es macht keinen Sinn mehr, weitere Worte über diese Firma zu verlieren. Es ist aus damit.

Downsizing

11.01.2013, 22:21 Uhr

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen !

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