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01.02.2011

10:22 Uhr

Beispiel Mammut

Warum Outdoor-Marken boomen

VonJoachim Hofer

Mit einer kletternden Rentnerin als Testimonial hat die Outdoor-Marke Mammut schon ein mal die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Innovatives Marketing machte die Schweizer zur begehrtesten Outdoor-Marke. Jetzt soll eine eigene Schule für Bergsport neue Käuferkreise erschließen.

Bersteiger in der Schweiz: Die Outdoor-Marke Mammut will durch innovatives Marketing neue Käufergruppen ansprechen. ap

Bersteiger in der Schweiz: Die Outdoor-Marke Mammut will durch innovatives Marketing neue Käufergruppen ansprechen.

MÜNCHEN. Es war die Rentnerin Mary Woodbridge, mit der das Outdoor-Label Mammut vor ein paar Jahren weltweit für Aufmerksamkeit gesorgt hat. Im Internet hatten die Schweizer damals kurze Filme gezeigt, in denen eine betagte englische Dame ankündigte, mit ihrem Dackel den Mount Everest zu besteigen. Tierschützer gingen auf die Barrikaden, die Boulevardpresse bettelte um Interviews. Erst nach ein paar Wochen lüftete die Marke das Geheimnis, dass es sich nur um eine Werbekampagne handelt.

Seither hat das Marketing von Mammut einen exzellenten Ruf. Jetzt gehen die Eidgenossen erneut einen ganz neuen Weg, um ihre Jacken und Hosen, Rucksäcke und Stiefel an den Mann zu bringen. Mammut hat eine eigene Bergsportschule gegründet. "Es genügt nicht, gute Produkte zu machen. Wir wollen zur Erlebnismarke werden", sagt Mammut-Chef Rolf Schmid im Handelsblatt-Gespräch. Mit der "Mammut Alpine School" können die Kunden jetzt Skitouren unternehmen, gefrorene Wasserfälle erklimmen, Klettern lernen oder die Berge mit Schneeschuhen besteigen. Dazu hat die Firma eigene Bergführer eingestellt.

Marketingfachleute sind überzeugt, dass sich die Initiative auszahlt. "Die Kunden wollen die Marke nicht nur in den Shops quasi beim Kauf erleben, sondern auch danach bei der Bergtour. Und hierzu lädt Mammut ein", sagt Hartmut Heinrich von der Unternehmensberatung Vivaldi Partners in Hamburg. Die Firma habe erkannt, dass es nicht reicht, neue Produkte zu entwickeln, meint der Berater. Genauso wichtig sei es, eine Rolle im täglichen Leben der Menschen zu spielen.

Mammut gilt derzeit unter Bergsportlern als die wohl begehrteste Marke. Für eine hochfunktionelle Jacke des Labels legt die anspruchsvolle Kundschaft schon einmal 700 Euro auf den Tisch. Auch Schlafsäcke für mehr als 500 Euro finden ihre Käufer. Mammut verbindet in den Augen der Fans modische Schnitte mit allen Eigenschaften, die in den Bergen wichtig sind: Die Produkte sind leicht, gut durchdacht und aus den besten verfügbaren Stoffen produziert. Zudem gibt es viel Zubehör, etwa Seile und Stirnlampen, aber auch Geräte zur Suche von Lawinenverschütteten.

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