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27.01.2005

19:05 Uhr

Beitrag der Großaktionäre gefordert

Walter-Bau-Bürgschaften werden verlängert

Die Verlängerung der Bürgschaften für die angeschlagene Walter Bau AG ist nach Angaben aus Unternehmenskreisen unter Dach und Fach. Als letztes der zögerlichen Institute habe auch der französische Kreditversicherer Coface zugestimmt, hieß es am Donnerstagabend in den Kreisen.

Ein Arbeiter der Firma Walter Bau. Foto: dpa

Ein Arbeiter der Firma Walter Bau. Foto: dpa

HB/agr/fo/mm DÜSSELDORF/MÜNCHEN. Damit stehe die Verlängerung der Bürgschaften in Höhe von 1,5 Mrd. €, heißt es. Nun stehe noch die angestrebte Zwischenfinanzierung aus, hieß es. Dabei geht es um eine Liquiditätsspritze, die Walter Bau vorab für den geplanten Verkauf der Bautechnik-Tochter DSI erhalten soll. Zugleich wurde bestätigt, dass in Bankenkreisen angestrebt sei, dass Hauptaktionär Ignaz Walter Kapital abgibt und damit Platz macht für Investoren.

Zuvor hatte das Handelsblatt bereits aus Verhandlungskreisen erfahren, dass die Deutsche Bank an einer Auffanglösung für die angeschlagene Walter Bau AG arbeitet. Nach dem Konzept müsste Hauptaktionär Ignaz Walter etwa 40 Prozent seiner Aktien an Investoren abgeben. Eine solche Lösung unter Beteiligung des Firmengründers könnte auch den Widerstand im Gläubigerkonsortium brechen. „Damit könnten wir leben“, sagte ein Vorstand einer der Banken dem Handelsblatt. „Nur mit einem Beitrag der Walter-Großaktionäre wird es auch eine Zustimmung zum Sanierungsplan geben.“

Firmengründer Ignaz Walter hält 56,9 Prozent der Aktien, die Bayerische Landesbank (BayernLB) 10,6 Prozent. Walter Bau ist an der Börse zur Zeit nur 85 Mill. Euro wert. Die Deutsche Bank hat die Poolführung unter den 27 Gläubigern übernommen. Deutschland-Chef Jürgen Fitschen und der als Vermittler eingeschaltete ehemalige Dresdern-Bank-Chef Bernd Fahrholz haben offenbar versucht, zwischen Ignaz Walter und den Banken eine Brücke zu bauen.

Am Donnerstagmittag kamen die Vermittler im zähen Ringen um die Zukunft von Walter Bau ein weiteres Stück voran. Die niederländische Großbank ABN Amro hatte als Mitglied des Bankenkonsortiums ihre Zustimmung für das Sanierungskonzept signalisiert, hieß es in Finanzkreisen. Auch für die geplante Zwischenfinanzierung zur Liquiditätssicherung zeichne sich eine Lösung ab. Damit waren bereits bis auf den Kreditversicherer Coface und die Landesbank Rheinland Pfalz alle Finanzinstitute mit der Verlängerung des dringend benötigten Bürgschaftsrahmens in der Größenordnung von 1,5 Mrd. Euro prinzipiell einverstanden.

Fast zwei Wochen verhandelten die Institute erfolglos über ein Konzept, das den Fortbestand der Augsburger Baukonzerns mit 3 Mrd. Euro Umsatz und 9400 Beschäftigten sichern soll.

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