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25.01.2007

08:22 Uhr

Belastung für Ford

Jaguar fährt wohl Millionen-Verlust ein

Die Krise des zweitgrößten US-Autoherstellers Ford droht sich weiter zuzuspitzen. Nach sieben Mrd. Dollar Verlust in den ersten neun Monaten 2006 erwarten Branchenexperten neuerliche Hiobsbotschaften von Konzernchef Alan Mulally.

ebe DETROIT. Die angeschlagene Luxus-Marke Jaguar von Ford hat einem Bericht zufolge im vergangenen Jahr einen Verlust von 715 Mill. Dollar eingefahren. In diesem Jahr werde sich der Fehlbetrag voraussichtlich auf 550 Dollar belaufen, berichtete die Zeitung „Detroit News“ am Mittwoch unter Berufung auf interne Konzernpapiere. Danach soll der Verlust 2008 zwar auf rund 300 Dollar reduziert werden, schwarze Zahlen seien aber noch für mehrere Jahre nicht in Sicht. Ford, der zweitgrößte US-Autobauer, hat in den vergangenen Jahren tief in die Tasche gegriffen für die ehemals britische Traditionsmarke mit dem Jaguar auf der Motorhaube.

Seit der Übernahme von Jaguar im Jahr 1989 für 2,82 Mrd. Dollar hatte Ford Schwierigkeiten, mit den Luxuskarossen Geld zu verdienen. An der Börse drängen viele Experten deshalb auf einen Verkauf der Sparte. Ford selbst setzt derzeit tiefgreifende Änderungen in seinem Nordamerika-Geschäft um. Der Konzern weist die Jaguar-Bilanzen in seinen Geschäftszahlen nicht gesondert aus. Für die Ergebnisse der Ford-Luxus-Sparte, die Premier Automotive Group, gilt Jaguar jedoch als die größte Belastung.

Eine baldige Wende bei der seit Jahren defizitären Sparte Jaguar rückt damit außer Reichweite. Ford legt heute Zahlen zum Geschäftjahr 2006 vor. Analysten erwarten, dass der Konzernverlust deutlich höher liegen wird als im bisher schlechtesten Jahr 1992. Damals hatte Ford rote Zahlen in Höhe von 7,39 Mrd. Dollar ausgewiesen. 13 von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Auto-Analysten erwarten im Schnitt einen Jahresverlust von etwa 8,5 Mrd. Dollar. Um die verheerende Negativserie einzudämmen, hat der Auto-Konzern den Abbau von 40.000 Stellen angekündigt und die US-Produktion im vierten Quartal um 22 Prozent zurückgefahren.

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