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25.02.2013

17:55 Uhr

Belegschaft zittert

Verhandlungen bei Opel vor dem Aus

Es wird eng für den Opel-Standort Bochum. Bis Donnerstag müssen sich Arbeitnehmer und Geschäftsleitung auf einen Sparkurs einigen - So will es das Management. Sonst beendet Opel die Produktion im Ruhrgebiet schon 2014.

Rainer Einenkel, der Betriebsratsvorsitzende des Bochumer Opel-Werkes. dpa

Rainer Einenkel, der Betriebsratsvorsitzende des Bochumer Opel-Werkes.

Bochum/ RüsselsheimDie Verhandlungen über den Sparkurs des angeschlagenen Autobauers Opel drohen auf der Zielgeraden zu platzen. Spätestens am Donnerstag will das Unternehmen die Gespräche mit den Arbeitnehmern abschließen und damit auch über die Zukunft des Standorts Bochum entscheiden - doch die Gräben sind tief wie nie.

Denn die Adam Opel AG gehe mit einer Reihe von inakzeptablen Vorbedingungen in die letzten Gespräche, kritisierte der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel am Montag nach einer Betriebsversammlung in Bochum: „Betriebsrat und IG Metall verlangen, dass der Opel-Vorstand seine Drohungen zurücknimmt und [...] zu ernsthaften und verantwortlichen Verhandlungen zurückfindet.“

So erwarte das Unternehmen von den Arbeitnehmervertretern, dass sie dem Abbau von bis zu 3000 Arbeitsplätzen bis 2016 sowie betriebsbedingten Kündigungen zustimmen. Zudem solle die Belegschaft bis mindestens 2015 auf die Auszahlung von Tariferhöhungen verzichten. Den Wegfall der Nachtschicht in Bochum vom zweiten Quartal an sollen Betriebsrat und Gewerkschaft demnach ebenfalls abnicken. Doch die Arbeitnehmervertreter lehnen das ab: „Der Standort Bochum muss entwickelt und nicht abgewickelt werden. Die Marke Opel braucht eine Zukunft. Das geht nicht ohne Bochum.“

Verhandlungskreise der Arbeitgeberseite wiesen die Darstellung am Montag zurück. Es gebe keine neuen Vorbedingungen, ohnehin liefen die Gespräche ständig weiter.

Opel-Mitarbeiter kommen auf dem Werksgelände von Opel in Bochum zu einer Betriebsversammlung. dpa

Opel-Mitarbeiter kommen auf dem Werksgelände von Opel in Bochum zu einer Betriebsversammlung.

Die Adam Opel AG will die Verhandlungen noch in dieser Woche abschließen. Das Ultimatum von Aufsichtsratschef Steve Girsky, wonach die Gespräche im Februar beendet werden müssen, habe Bestand, war am Montag aus Unternehmenskreisen zu hören. Sollten die Gespräche scheitern, will die Adam Opel AG die Fahrzeugproduktion in Bochum schon 2014 statt zwei Jahre später beenden. Möglicherweise werde aber bis Ende März weiter verhandelt, sagte Einenkel.

Derzeit scheint eine schnelle Einigung jedenfalls unwahrscheinlich: Denn das Unternehmen hält daran fest, spätestens nach 2016 keine Autos mehr in Bochum vom Band rollen zu lassen. Nach der von Einenkel verbreiteten Mitteilung sollen Getriebe an dem Standort maximal bis 2014 gebaut werden. Eine Motorenfertigung in Bochum lehne das Management grundsätzlich ab.

„Unsere Vorschläge nach einer Komponentenfertigung, Aufbau eines Technologie-Zentrums "E-Mobilität", eines Technologie-Zentrums für Leichtbau und Verbundwerkstoffe ... sollen geprüft werden“, teilten die Arbeitnehmervertreter mit. Ein Ergebnis wolle das Unternehmen allerdings erst in drei bis vier Monaten vorlegen, berichtete Einenkel und warf dem Management erneut Erpressung vor. Das Unternehmen erwarte Zugeständnisse der Arbeitnehmer, ohne selbst verbindliche Zusagen zu machen. Bisher habe die Adam Opel AG lediglich die Erweiterung des Ersatzteillagers zugesagt: „Das bedeutet nach heutigem Stand 66 zusätzliche Arbeitsplätze.“

Opel fährt massive Verluste ein und muss die Kosten daher drücken. Die US-Mutter General Motors (GM) erwartet zur Mitte des Jahrzehnts wieder schwarze Zahlen in Europa. Das laufende Jahr dürfte aber nochmals schwer werden, wie Opel-Personalvorstand Holger Kimmes am Montag auf der Betriebsversammlung in Bochum sagte: „Reden wir nicht lange drum herum: Auch 2013 werden wir noch deutliche Verluste schreiben.“

Von

dpa

Kommentare (1)

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zombie1969

26.02.2013, 13:08 Uhr

Glaubt man etwa ernsthaft, Hochqualfizierte, Firmen oder auch Reiche zahlen hier in die Sozialwerke ein um damit zugewanderte Kriminelle und Sozialfälle zu finanzieren. In Sozialwerke notabene, die in Not gratenen Einheimischen grundsätzlich jede Hilfe und Unterstützung verweigern und vorenthalten. Jeder Hochqualifizierte, jede Firma und jeder Reiche der diesem Land den Rücken kehrt, macht zweifellos alles richtig.

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