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17.01.2004

17:40 Uhr

Belegschaftsaktionäre kritisieren Firmenpolitik

Siemens verlagert Jobs in Billiglohn-Länder

Siemens-Chef von Pierer sieht sich heftiger Kritik aus dem Unternehmen gegenüber. Entgegen der Bekräftigungen zum Standort Deutschland plane der Konzern eine drastische Jobverlagerung in Billigländer.

Foto: dpa

HB BERLIN. Belegschaftsaktionäre des Siemens-Konzerns kritisieren die Führung des Unternehmens und wollen dem Vorstand deshalb die Entlastung auf der kommenden Hauptversammlung verweigern. «Die Wertorientierung der Unternehmenspolitik erschöpft sich mehr und mehr nur in einer reinen Shareholder-Value-Politik», bemängelte Manfred Meiler, der Vorsitzende des «Vereins von Belegschaftsaktionären in der Siemens AG», wie die «Welt am Sonntag» vorab berichtete.

«Das ist für uns keine Firmenkultur, so wie wir sie verstehen», ergänzte Meiler. «Daher werden wir den Vorstand nicht entlasten.»

Wie die «Welt am Sonntag» weiter berichtete, plant Siemens offenbar eine drastische Verlagerung von Jobs in Billiglohnländer. Aufsichtsrat Wolfgang Müller habe dem Blatt von Gerüchten berichtet, die unwidersprochen im Siemens-Management kursierten. Demnach sollen in den kommenden zwei Jahren 22 von 313 Fertigungen und 82 von 262 Software-Standoten in Low-Cost-Länder abwandern.

Müller griff vor dem Hintergrund dieser Gerüchte Siemens-Chef Heinrich von Pierer scharf an. «Wie kann von Pierer in dieser Woche zum Innovationsgipfel beim Bundeskanzler gehen, während er auf der anderen Seite durch Auslagerung dafür sorgt, dass das Innovationspotenzial eher sinkt», kritisierte das Aufsichtsratsmitglied in der «Welt am Sonntag». «Innovationen wie modernste Einspritzelektronik oder der Transrapid entstehen eben nicht in einem Umfeld, in dem noch auf Eseln geritten wird.» Von Pierer hatte dagegen stets betont, Siemens wolle den Standort Deutschland weder verlassen noch ihn schwächen.

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