Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.12.2012

17:00 Uhr

Berechnungen

IG Metall: Siemens streicht 5100 Stellen in Deutschland

Die Gewerkschaft IG Metall hat sich das Sparprogramm von Siemens genauer angeschaut. Ergebnis: Dem Rotstift könnten 5100 Stellen in Deutschland zum Opfer fallen - eine Tochter ist noch nicht einmal miteingerechnet.

Das Firmenlogo von Siemens: Der Konzern hatte im November ein großes Sparprogramm angekündigt. AFP

Das Firmenlogo von Siemens: Der Konzern hatte im November ein großes Sparprogramm angekündigt.

MünchenSiemens will in Deutschland nach Berechnungen der IG Metall in den kommenden zwei Jahren rund 5100 Arbeitsplätze streichen. Weitere 1400 Stellen in Deutschland sollen ausgelagert oder durch Verkauf an andere Firmen übertragen werden, wie ein Gewerkschafter am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa sagte.

Vorstandschef Peter Löscher hatte im November ein Sparprogramm vorgelegt, mit dem er die Kosten um sechs Milliarden Euro senken will. Das betrifft nach Berechnungen der IG Metall etwa 4300 Stellen in Deutschland. Beim Rest handelt es sich um bereits früher angekündigte und zum Teil schon laufende Einschnitte wie etwa in der Medizinsparte, im Nürnberger Trafowerk oder bei der Fertigung von Windrad-Getrieben.

Ein Siemens-Sprecher sagte, er könne die von der IG Metall genannte Gesamtzahl nicht bestätigen. Das Management schaue sich die einzelnen Geschäftsfelder an und bespreche Entscheidungen dann zuerst mit den Mitarbeitern vor Ort.

Siemens: Sparpläne treffen vor allem Energiesparte

Siemens

Einsparungen auf Kosten der Energiesparte

Der Energiesektor soll über die Hälfte der von Siemens geplanten Einsparungen schultern.

Wie Stellenabbau oder -übertragung jeweils umgesetzt werden, muss Siemens mit den Arbeitnehmervertretern für jede Maßnahme einzeln verhandeln. Betriebsbedingte Kündigungen sind durch einen unbefristeten Vertrag zur Standort- und Beschäftigungssicherung grundsätzlich ausgeschlossen.

Der Abbau von 1500 Stellen bei der Lichttochter Osram AG und von fast 3000 Stellen bei dem Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks (NSN) in Deutschland sind bei der Rechnung nicht mitgezählt.

Die Siemens AG hat ihre Mitarbeiterzahl im Kerngeschäft in Deutschland im vergangenen Jahren um 3000 auf 119 000 erhöht, ist aber im Konjunkturabschwung bei der Gewinnmarge gegenüber den wichtigsten Konkurrenten ins Hintertreffen geraten und deshalb jetzt auf einen Sparkurs umgeschwenkt.

Siemens-Tochter: Der Weg zur Börse kostet bei Osram Tausende Jobs

Siemens-Tochter

Der Weg zur Börse kostet tausende Jobs

Die Sparmaßnahmen sollen bis 2015 eine Milliarde Euro an Ausgaben einsparen.

Von

dpa

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Joker1

12.12.2012, 18:04 Uhr

Wenn diese Planungen tatsächlich so umgesetzt werden,
ist das ein weiteres Armutszeugnis für dien "Triumphator"
Löscher!

Freidenker2012

13.12.2012, 09:59 Uhr

Das ist also die "gute" Konjunktur die Deutschland über die (T)Euro-Kriese gebracht hat. Überall werden massiv Stellen abgebaut egal ob Festangestellte oder die Zeitarbeiter, oder man geht in Kurzarbeit.

Das ist erst der Anfang, denn schon bald wird halb Deutschland auf der Straße sitzen. Als dass nur wegen gierigen Bänker und gekauften Politikern.

Nach der Bundestagswahl 2013 wird es hier so richtig losgehen und wir werden südländische Verhältnisse bekommen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×