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25.06.2014

23:49 Uhr

Berechnungen von GM

Was die Opel-Schließung in Bochum kostet

In Europa macht General Motors keine guten Geschäfte. Deshalb will GM das Opel-Werk in Bochum schließen. Nun lässt der US-Autobauer verlauten, welche Kosten dabei auf den Mutterkonzern zukommen.

Ende 2014 läuft die Produktion im Bochumer Opelwerk aus. General Motors hat nun die Kosten für die Schließung geschätzt. dpa

Ende 2014 läuft die Produktion im Bochumer Opelwerk aus. General Motors hat nun die Kosten für die Schließung geschätzt.

LondonDer US-Automobilkonzern General Motors rechnet mit Kosten in Höhe von umgerechnet 635 Millionen Euro durch die Schließung des Opel-Werks in Bochum. Knapp 280 Millionen Euro davon seien bereits in die Geschäftsbilanz des vergangenen Jahres und des ersten Quartals 2014 eingeflossen, weitere 355 Millionen Euro würden im Laufe des Jahres anfallen, sagte GM-Präsident Dan Ammann am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters in London.

Die Opel-Mutter General Motors hatte nach einem monatelangem Gezerre im Frühjahr 2013 entschieden, das Werk in der Ruhrgebietsstadt Ende 2014 dichtzumachen, um zur Kostensenkung in Europa beizutragen.

Mitte Juni hatte sich Opel mit der IG Metall über die Abfindungen für die rund 3300 Beschäftigten des Bochumer Werks geeinigt. Allerdings zeigte sich die Opel-Belegschaft von dem Sozialplan nicht sonderlich angetan.

Opel in Bochum

1962

Das Werk entsteht nach ungefähr zwei Jahren Bauzeit auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Dammbaum. Das erste Auto, das vom Band rollt, ist ein Kadett A. Das Werk ist für 10.000 Beschäftigte konzipiert, viele der damaligen Arbeiter kommen aus dem Bergbau.

1967

Der Mittelklassewagen Olympia kommt ins Programm. Drei Jahre später sind es der Ascona und der legendäre Manta, die ab 1970 in dem Werk vom Band rollen.

1979

Höchststand bei der Beschäftigung: Zum Jahresende arbeiten mehr als 20 000 Menschen im Bochumer Opel-Werk.

1991

Der Astra löst den Kadett ab. Bis 2004 wird das Fahrzeug gefertigt, ab 1999 der Siebensitzer Zafira.

2004

Die Konzernmutter General Motors legt einen drastischen Sparplan für die europäische Tochter auf, bei der bis 2006 rund 10 000 Stellen gestrichen werden sollen. Opel beschäftigt in Bochum noch etwa 9000 Mitarbeiter.

2005

Betriebsrat und Management unterschreiben einen „Zukunftsplan“, der die Existenz des Bochumer Werks sichern soll. In dem Jahr kommt ein neues Zafira-Modell nach Bochum.

80er und 90er Jahre

Der Personalstand schwankt nach Angaben der Bochumer Werksleitung zwischen 15 000 und 17 000.

2009

GM kündigt einen weiteren drastischen Stellenabbau von Opel in ganz Europa an, rund 9000 der noch 55 000 Stellen sollen wegfallen.

2011

Seit dem Jahr wird der Zafira Tourer in Bochum gebaut. Es ist vermutlich die letzte Produktionslinie an dem Standort.

2012

Opel beschäftigt noch rund 3200 Menschen in Bochum. Seit Bestehen wurden in dem Werk 13,5 Millionen Autos gebaut. Das Werk besteht nun seit 50 Jahren.

2013

Die Bochumer Belegschaft sagt Nein zu einem neuen Sanierungsplan, der die Autoproduktion bis Ende 2016 vorsieht. Der Opel-Aufsichtsrat beschließt darauf das Aus für das Werk. Nur ein Warenverteilzentrum soll erhalten bleiben.

Das Aus für die traditionsreiche Bochumer Fabrik ist neben zahlreichen neuen Automodellen ein wichtiger Bestandteil der Strategie des US-Konzerns, um das chronisch defizitäre Europageschäft Mitte des Jahrzehnts in die Gewinnzone zu bringen.

Von

rtr

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