Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.10.2011

10:04 Uhr

Bergbau

Rio Tinto beweist Stärke in der Krise

Der Eisenerz-Riese konnte seine Produktion im dritteln Quartal um fünf Prozent steigern. Vor allem vom Energiehunger Chinas profitiert die Branche. Doch laut Konjunkturprognosen könnte der Appetit bald nachlassen.

Rio Tinto ist der zweitgrößte Eisenerzförderer der Welt. AFP

Rio Tinto ist der zweitgrößte Eisenerzförderer der Welt.

SydneyDer Bergbauriese Rio Tinto trotzt mit einer Rekordproduktion und einem zuversichtlichen Ausblick dem weltweiten Konjunkturpessimismus. Der anglo-australische Konzern steigerte seinen Eisenerz-Ausstoß im dritten Quartal um fünf Prozent auf 64 Millionen Tonnen. „Wir arbeiten mit voller Kraft, verkaufen unsere Produktion vollständig und sind mit unserem Wachstumsplan auf Kurs“, sagte Rio-Tinto-Chef Tom Albanese.

Trotz der Marktschwankungen bleibe die Nachfrage hoch, erklärte der nach dem brasilianischen Konzern Vale zweitgrößte Eisenerzproduzent. Er verkauft den Stahlrohstoff vor allem nach China, wo zuletzt verstärkt ein jähes Ende des Wirtschaftsbooms befürchtet wurde.

So sank der chinesische Außenhandelsüberschuss im September den zweiten Monat in Folge, was Experten zufolge die weltweite Konjunkturschwäche und die Abkühlung der chinesischen Wirtschaft widerspiegelt. Im selben Monat importierte China aber 60,6 Millionen Tonnen Eisenerz - das ist eine monatliche Einfuhr wie seit Januar nicht mehr. Die Importe stiegen um 2,5 Prozent im Vergleich zum August, wie am Donnerstag aus amtlichen Statistiken hervorging.

Die Händler äußerten sich mit Blick auf die ungewisse Zukunft der Weltwirtschaft für die nächsten Monate zwar pessimistisch. Doch gerade auf die Nachfrage aus Schwellenländern wie der Volksrepublik und Indien setzt auch die internationale Stahlindustrie, die ihre Verbrauchsprognose am Mittwoch anhob. In Europa werde das Wachstum dagegen schwächer ausfallen, hieß es.

Der deutsche Industriezweig mit Größen wie ThyssenKrupp und Salzgitter zeigte sich zurückhaltend: In den vergangenen Wochen hätten sich die konjunkturellen Perspektiven eingetrübt, sagte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff. „Davon bleibt auch die Stahlindustrie in Deutschland nicht unberührt.“ Die Anzeichen sprächen aber nur für einen vorübergehenden Dämpfer, der 2012 überwunden werde.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×