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17.01.2008

07:22 Uhr

Bericht über neue Vorwürfe gegen Vorstände

Siemens verschiebt Entlastung des Vorstands

Der Siemens-Aufsichtsrat verschiebt die Entlastung des Konzernvorstands nun doch bis zur endgültigen Aufklärung des Korruptionsskandals. Das teilte der Konzern am Mittwoch in München mit. Nur der neue Konzern-Chef Peter Löscher solle den Aktionären auf der Hauptversammlung am 24. Januar zur Entlastung vorgeschlagen werden. Hintergrund sind neue Erkenntnisse, die der Elektrokonzern über die Schmiergeld-Affäre gewonnen hat.

Abgang verboten: Siemens will auf der Hauptversammlung die Vorstände mit Ausnahme von Peter Löscher nicht zur Entlastung vorschlagen. Foto: ap Quelle: ap

Abgang verboten: Siemens will auf der Hauptversammlung die Vorstände mit Ausnahme von Peter Löscher nicht zur Entlastung vorschlagen. Foto: ap

HB MÜNCHEN. Vernehmungen durch die von Siemens engagierte US-Kanzlei Debevoise & Plimpton haben neue Vorwürfe in der Schmiergeldaffäre ergeben, die auch Top-Manager des Vorstands betreffen. Das geht aus einem » Schreiben der Kanzlei an den Aufsichtsratsvorsitzenden Gerhard Cromme hervor, das Siemens im Internet veröffentlicht hat. Demnach sollen womöglich Manager bis in den Vorstand hinein von schwarzen Kassen und Schmiergeldzahlungen gewusst haben.

Wie die Online-Ausgabe der » Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf Unternehmens- und Aufsichtsratskreise berichtet, hätten in den vergangenen Wochen mehrere Dutzend Beschäftigte das Angebot von Konzernchef Peter Löscher genutzt, auszupacken und dafür von Schadenersatzforderungen oder anderen Strafen verschont zu bleiben, hieß es unter Berufung auf Unternehmens- und Aufsichtsratskreise. Siemens wollte sich dazu zunächst nicht äußern.

Dagegen bestätigte der Konzern, dass neben amtierenden Vorständen wie Finanz-Chef Joe Kaeser auch ehemalige Vorstände wie Ex-Siemens-Chef Klaus Kleinfeld und sein Vorgänger Heinrich von Pierer nicht entlastet werden sollen. "Die Entlastung der Vorstandsmitglieder der Siemens AG im Geschäftsjahr 2007 sowie derjenigen Aufsichtsratsmitglieder, die zuvor im Zeitraum seit 1999 Vorstandsmitglieder waren, soll entsprechend einer gemeinsamen Empfehlung von Aufsichtsratspräsidium und Vorstand vertagt werden", heißt es in der » Mitteilung wörtlich. Löscher kam dagegen erst im Juli 2007 zu dem Konzern, als die Schmiergeldaffäre bereits bekannt war.

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