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20.01.2011

12:33 Uhr

Berliner Fashion Week

Die Baumwolle wird teurer, die Mode auch

VonChristoph Kapalschinski

Die Stimmung ist gut bei der Berliner Fashion Week - eigentlich. Denn ein Thema überschattet das Familientreffen der Branche in der Hauptstadt: der Anstieg des Baumwollpreises. Der sorgt dafür, dass die Kleidung in allen Preissegmenten teurer wird - ohne dass die Hersteller hierauf adäquat reagieren könnten.

Schaulaufen bei der Berliner Fashion Week: Models präsentieren in der Hauptstadt die Modetrends des Jahres. Reuters

Schaulaufen bei der Berliner Fashion Week: Models präsentieren in der Hauptstadt die Modetrends des Jahres.

BERLIN. Der Preishammer trifft alle Segmente - die Luxusmode der Nobelmarken bei der Messe "Premium", die Streetwearhersteller, die ihre Produkte im ehemaligen Flughafen Tempelhof bei der "Bread & Butter" zeigen, und sogar die Hersteller von Skatemode im ehemaligen Stasi-Hauptquartier bei ihrem Treffen "Bright".

Schließlich können die Hersteller jedoch nicht einfach prozentual die Verkaufspreise erhöhen - selbst wenn sie eigene Läden betreiben. So bringt der börsennotierte Hamburger Modekonzern Tom Tailor seine neue Kollektion zu unveränderten Einstiegspreisen in die 160 eigenen Läden. Allerdings habe sich die Struktur der Preise geändert, sagt Geschäftsführer Dieter Holzer. Viele Teile sind jetzt zum nächst höheren Schwellenpreis gerutscht. Dazu sind einige hochwertiger verarbeitet - der Kunde bekommt etwas mehr für mehr Geld. "Insgesamt kommt es dadurch zu einem steigenden Durchschnittspreis unserer Produkte", sagt Holzer.

Für Tom Tailor steht der junge Modebereich, bei dem Konzern nach dem baumwollhaltigen Jeansstoff "Denim" genannt, im Mittelpunkt. Schließlich eröffnet Tom Tailor in dieser Woche einen neuen Denim-Laden in Berlin-Mitte.

Beim Konkurrenten S. Oliver aus Süddeutschland machen Rohstoffpreise etwa die Hälfte des Kostenblocks aus. Firmenbeirat Hans-Peter Hiemer warnt, dass mit den Rohstoffpreisen auch die Provisionen der Beschaffungsagenturen und Zollgebühren steigen - der Effekt multipliziert sich. Inzwischen ist bereits der Beschaffungszeitraum für ein ganzes Jahr betroffen.

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