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28.03.2012

19:20 Uhr

Besteck-Hersteller

WMF steht vor dem Verkauf

WMF soll verkauft werden. Der Schweizer Investor, der die Mehrheit der Anteile an dem schwäbischen Kochgeschirr- und Besteck-Hersteller hält, will neben einem Verkauf auch die Möglichkeit eines Börsengangs prüfen.

Der Besteck-Hersteller WMF soll verkauft werden. dpa

Der Besteck-Hersteller WMF soll verkauft werden.

Der schwäbische Kochgeschirr- und Besteck-Hersteller WMF steht vor dem Verkauf. Der Mehrheitseigentümer, der Schweizer Finanzinvestor CapVis, prüfe strategische Optionen, wie er seine Beteiligung loswerden könne, erklärte WMF-Vorstandschef Thorsten Klapproth am Mittwoch. Er bestätigte damit Informationen von Reuters aus Finanzkreisen. Neben einem Verkauf an einen oder mehrere Investoren sei auch eine Platzierung der Aktien an der Börse möglich, sagte Klapproth. Das Engagement von CapVis sei von Anfang an zeitlich befristet gewesen, ein Verkauf wäre daher „ein normaler Vorgang (...) und keine Überraschung“. WMF werde den Verkaufsprozess kooperativ begleiten.

WMF ist an der Börse 509 Millionen Euro wert, beim Verkauf hofft die 2006 eingestiegene CapVis Finanzkreisen zufolge den Wert auf bis zu 600 Millionen Euro zu treiben. Die Schweizer halten aber nur 52 Prozent an dem Unternehmen aus Geislingen an der Steige, für die sie 92 Millionen Euro gezahlt hatten. Heute ist der Anteil mehr als das Doppelte wert. In Finanzkreisen hieß es, Macquarie, Commerzbank und die Investment-Boutique Lilja seien mit dem Verkauf beauftragt worden.

37 Prozent der Stammaktien liegen bei der österreichischen Beteiligungsfirma Fiba, die sich damals gegen den Einstieg von CapVis gesträubt hatte. „Fiba hat gesagt, sie wollten nicht verkaufen“, sagte ein Insider. „Aber das wird letztlich vom Preis abhängen. Wenn er stimmt, werden sie verkaufen.“ Lenkt Fiba nicht ein, könnte das einen Direktverkauf an einen zweiten Finanzinvestor erschweren. Fiba-Eigentümer Andreas Weißenbacher, der auch Chef des österreichischen Wasseraufbereitungs-Spezialisten BWT ist, war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Die WMF-Vorzugsaktien sind voll im Streubesitz.

In der Vergangenheit hatten den Kreisen zufolge der WMF-Konkurrent Fackelmann und der österreichische Investor Rene Benko Interesse an einer Übernahme gezeigt. Weitere WMF-Rivalen sind Villeroy & Boch, Itala und Robbe & Berling.

WMF hat erfolgreiche Jahre hinter sich, auch dank des Einstiegs in das Geschäft mit Kaffeemaschinen für Hotels und die Gastronomie. Der Umsatz des Unternehmens mit 6000 Mitarbeitern kletterte 2011 um neun Prozent auf 980 Millionen Euro, 2012 soll die Milliardenschwelle überschritten werden.

Von

rtr

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