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06.01.2011

15:59 Uhr

Besuch von Li Keqiang

China beschenkt VW und Daimler mit Milliardenaufträgen

In Berlin ist der rote Teppich schon ausgerollt: Chinas Vize-Ministerpräsident Li Keqiang besucht Deutschland. Im Gepäck hat er milliardenschwere Aufträge für VW und Daimler. Das kann über die Streitpunkte bei den Gesprächen aber nicht hinwegtäuschen.

Chinas Vize-Ministerpräsident Li Keqiang hat dicke Verträge dabei. Quelle: Reuters

Chinas Vize-Ministerpräsident Li Keqiang hat dicke Verträge dabei.

HB BERLIN. Beim Besuch von Vize-Ministerpräsident Li Keqiang in Berlin werden allein die Autobauer Volkswagen und Daimler Verträge im Gesamtwert von mehr als fünf Milliarden Dollar besiegeln, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag aus Berliner Regierungskreisen. Die Geschäftsabschlüsse sollen am Freitag im Außenministerium unterzeichnet werden.

Branchenkreisen zufolge entfällt mehr als die Hälfte des Volumens auf Volkswagen. Der Wolfsburger Konzern wollte dies zunächst nicht kommentieren. Daimler bestätigte dagegen, dass am Freitag Verträge unterzeichnet werden sollen.

"Damit formalisieren wir die mit den chinesischen Behörden in letzter Zeit vereinbarte Einfuhr von Pkw nach China", sagte ein Firmensprecher Reuters. Zum Volumen und weiteren Vertragsdetails wollte er sich nicht weiter äußern.

Li traf bereits am Donnerstag in Berlin ein, wo er zunächst mit Wirtschaftsspitzen und danach mit Wirtschaftsminister Rainer Brüderle zusammentreffen wollte. Am Freitag trifft sich Li, der als künftiger Ministerpräsident gehandelt wird, mit Bundespräsident Christian Wulff, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Guido Westerwelle. Unmittelbar vor seinem Besuch hatte Li in einem Zeitungsbeitrag den roten Teppich für deutsche Investoren ausgerollt und für bessere Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden weltgrößten Exportnationen geworben.

Brüderle fordert dafür einen leichteren Marktzugang deutscher Unternehmen. "Ausländische Unternehmen beklagen immer wieder einen Mangel an Transparenz und Berechenbarkeit", sagte Brüderle dem Handelsblatt "Verpflichtenden Technologietransfer als Grundlage für Investitionen lehnen wir ab."

Amnesty International sieht die in China aktiven deutschen Unternehmen in einer besonderen Verantwortung. "Die Wirtschaft muss sich für die Einhaltung der Menschenrechte aussprechen", sagte der China-Experte der deutschen Sektion der Menschenrechtsorganisation, Dirk Pleiter. "Sie muss auch eine Vorbildfunktion einnehmen im Umgang mit der eigenen Belegschaft. Arbeitnehmer müssen ihre Interessen kundtun dürfen, indem beispielsweise Betriebsratsmodelle zugelassen werden."

Die Bundesregierung müsse die Frage der Menschenrechte beim Besuch Lis klar ansprechen, forderte Pleiter. "Man darf nicht erwarten, dass sich durch die wirtschaftlichen Reformen in China auch die Menschenrechtssituation verbessert. Hier gibt es keinen Automatismus." Niemand stelle in Abrede, dass sich das Land durch die wirtschaftlichen Reformen verändert habe. "Aber die politischen Reformen halten damit nicht Schritt." Amnesty beklagt zahlreiche Menschenrechtsverletzungen in China - von der Verhaftung missliebiger Personen über Zwangsumsiedlungen bis hin zur Kontrolle der Medien.

Kommentare (24)

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widerstand10

06.01.2011, 17:11 Uhr

China bschenkt sich selber mit 5 Milliarden Einkaufgutscheine. Schliesslich sind nach einem Zerfall der EU VW und Mercedes Sahnestücke. Auch der Ankauf von Staatsanleihen in Milliardenhöhe
von Spanien und Griechenland zeigt, hier wird ein Plan verfolgt.

Kostolany

06.01.2011, 17:58 Uhr

Als uneingenommener EU-bürger freue ich mich sehr auf die enge Zusammenarbeit mit der EU und China unter der Führung von Li Keqiang.
Wir müssen endlich einsehen, dass China als der Main Global Player die nächsten Jahrzehnte die politischen und wirtschaftlichen Entwicklung auf der Welt beeinflussen und beherrschen wird. Die Forcierung der gegenseitig respektvollen Kooperationen der bRD als hochtechnologisierte/ hochgebildete und rohstoffarme Nation wird sich schon bald als äußerst nachhaltig für unsere gemeinsame Zukunft erweisen. Dies ist der einzige Weg.

@ widerstand10
ich kann mir beim besten Willen ihre maßlose Antipathie und Vorurteile gegenüber China nicht erklären. Entweder sind Sie verblendet, sehen ihre Existenz bedroht oder Sie sind einfach einer der typischen Ewiggestrigen. Ohne das Eingreifen der Chinesen und anderer aufstrebender Schwellen- und industriestaaten werden die EU und ebenfalls die USA in kürzester Zeit Vergangenheit sein.

widerstand10

06.01.2011, 18:43 Uhr

@ Kostolany 2

Ganz im Gegenteil ich bin ein Freund Chinas und hätte hier lieber 5 Millionen Chinesen als 5 Millionen Türken. Chinesen sind wie wir, Fleissig Zuverlässig und kommen meistens für sich selbst auf.
Sie sind keine Religionsfanatiker bis auf die Muslime in ihren Land, die stehts Zoff anfangen.
Aber Chinesen verfolgen ein Ziel,genau wie Amerika und Russland. Dieses Ziel heist Machteinfluss in allen teilen der Welt. Das gehen sie gezielt an und
wenn die dekadenten Europäer nur noch Heulsusen sind
braucht es starke Führer. Die hat China wir haben Hamsterretter und Krötenträger bei Nacht. Aber die brauchen wir doch auch.

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