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11.08.2012

14:00 Uhr

Betabrand

Der Witz der Modebranche

VonAxel Postinett

Eine quergestreifte Cordhose steht am Anfang der Erfolgsgeschichte von Betabrand. Das Modeunternehmen lässt jede Woche neue Kreationen von der Kundschaft online diskutieren. Die beliebtesten Modelle gehen in Produktion.

Dass Mark Zuckerberg selbst zum Börsengang von Facebook einen Schlabberpulli trug, inspirierte Chris Lindland zum Nadelstreifen-Hoodie. dapd

Dass Mark Zuckerberg selbst zum Börsengang von Facebook einen Schlabberpulli trug, inspirierte Chris Lindland zum Nadelstreifen-Hoodie.

San FranciscoFür Chris Lindland war der Facebook-Börsengang ein gigantischer Erfolg. Nicht, dass der 39-jährige Jungunternehmer aus San Francisco Aktien besessen hätte. Aber seine jüngste Kreation war danach binnen weniger Tage restlos ausverkauft: Der graue Nadelstreifen-Hoodie. Das ist sozusagen die piekfeine Wall-Street-Ausgabe in Merinowolle von Mark Zuckerbergs ebenso billiger wie stilloser Schlabber-Kapuzenjacke, die der Facebook-Gründer selbst bei Präsentationen vor Bankern getragen hatte. Als die Diskussion um Zuckerbergs „Hoodie“ im Web und in Social Networks losbrach, brachte Lindland in Rekordzeit die Nobel-Variante an den Start.

Seine Firma, Betabrand, ist dabei so unkonventionell wie ihr Gründer. In den zwei kleinen Studios in einem alten Loft-Gebäude in San Franciscos trendigem Stadtteil Mission herrscht zwischen Kleiderständern, Schreibtischen und Kartonstapeln das organisierte Chaos. Mitten drin Lindland, hochgewachsen, dunkles Haar, Drei-Tage-Bart und immer gut gelaunt.

Humor ist Basiselement seiner Unternehmensführung, Betabrand quasi ein großer Witz. Und weil er sich über die hohen Mietpreise in San Francisco ärgert, kündigt er schon mal den Bau eines neuen Hauptquartiers an, ein riesiger Zeppelin in Hosenform. Bewerbungen als künftiger Luftschiff-Kapitän können schon mal eingereicht werden.

2010 gegründet, wächst das Start Up rapide. Im ersten Jahr lag der Umsatz bei einer Million Dollar, 2011 waren es schon  zwei und für dieses Jahr werden 3,5 bis vier Millionen erwartet. Das Kundeninteresse verdankt der reine Online-Modedesigner der direkten Kommunikation mit seinen Kunden, und Social Media spielt eine tragende Rolle. Zwei bis drei neue Kreationen werden pro Woche auf der Webseite im sogenannten „Think Tank“ veröffentlicht und zur Diskussion gestellt. So wie die Executive-Kapuzenjacke für angehende weibliche Zuckerbergs im Silicon Valley.

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