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19.04.2006

08:00 Uhr

Betriebsergebnis im Quartal

Bei Schering hätte es etwas mehr sein dürfen

Mit gemischten Zahlen zum ersten Quartal läutet der Berliner Pharmakonzern Schering seine vermutlich letzte Hauptversammlung als eigenständiges Unternehmen ein. Das Bayer-Angebot an die Aktionäre steht. Diese können sich nun äußern.

HB BERLIN. Das Betriebsergebnis in den ersten drei Monaten habe nach vorläufigen Zahlen bei 240 Mill. Euro gelegen, teilte Schering vor Beginn der Hauptversammlung am Mittwoch in Berlin mit. Im Vorjahreszeitraum waren es 230 Mill. Euro gewesen. Analysten hatten im Schnitt aber einen Sprung auf 246 Mill. Euro erwartet. Ohne Berücksichtigung von Sondereffekten aus Unternehmensverkäufen hätte das Betriebsergebnis Schering zufolge jedoch etwa 280 Mill. Euro betragen. Auf dieser Basis habe der Konzern eine Umsatzrendite von 20 Prozent erzielt. Als Ziel für das Gesamtjahr hat Schering 18 Prozent angepeilt.

Der Umsatz lag mit 1,406 Mrd. Euro (plus 16 Prozent) über den Schätzungen der Experten, ebenso wie der Überschuss mit 174 Mill. Euro (plus 21 Prozent). Dabei wirkten sich Wechselkurseffekte positiv aus. Schering erzielt etwa die Hälfte seiner Erlöse im Dollar-Raum. Die beiden wichtigsten Produkte, das Multiple-Sklerose-Mittel Betaferon und die Verhütungspille Yasmin, steigerten den Umsatz im zweistelligen Prozentbereich.

Schering steht vor der Übernahme durch den Bayer-Konzern, der die Berliner für 16,5 Mrd. Euro kaufen will. Schering-Vorstand und Aufsichtsrat haben die Übernahme befürwortet. Auf der Hauptversammlung können sich nun die Aktionäre äußern. Das Übernahmeangebot ist daran geknüpft, dass es von mindestens 75 Prozent der Schering-Aktionäre angenommen wird. Bayers Offerte läuft bis zum 31. Mai. Je Schering-Aktie bieten die Leverkusener 86 Euro.

Kommt die Fusion zu Stande, könnte es die letzte Hauptversammlung der Schering AG als eigenständiges Unternehmen sein. Schering-Chef Hubertus Erlen sagte: "Wir sind der Auffassung, dass es ein gutes Angebot ist." Der Preis spiegele "in angemessener Weise das Potenzial und die Zukunftsaussichten" von Schering wider. Die Pharmageschäfte ergänzten sich. Die Vorstände beider Konzerne hätten zudem vereinbart, "den Abbau von Personal auf beide Unternehmen fair zu verteilen und sozialverträglich zu gestalten". Nach Bayer-Angaben könnten weltweit bis zu 6 000 Stellen im Zuge eines Zusammenschlusses wegfallen. Das geplante Gemeinschaftsunternehmen "Bayer-Schering-Pharma" mit Sitz in Berlin soll mit 9 Milliarden Euro Umsatz zum deutschen Marktführer aufsteigen.

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