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26.01.2010

07:01 Uhr

Better Place

„Veränderungspotenzial wie Microsoft und Google“

VonTino Andresen

ExklusivDas US-Unternehmen Better Place, das eine Infrastruktur für das Aufladen von Elektrofahrzeugen schaffen will, hat sich in einer zweiten Finanzierungsrunde 350 Mio. Dollar gesichert. In deren Zuge hat sich Europas größte Bank HSBC mit zehn Prozent beteiligt - und sieht für Better Place in seinem Bereich eine so herausragende Rolle wie sie Microsoft oder Google in der IT-Industrie haben.

Unternehmensgründer und -chef Shai Agassi hat große Pläne mit Better Place. ap

Unternehmensgründer und -chef Shai Agassi hat große Pläne mit Better Place.

DÜSSELDORF. Im Rahmen der Beteiligungsfinanzierung haben sich unter anderen HSBC, Morgan Stanley Investment Management und Lazard Asset Management bei Better Place engagiert. HSBC steuerte die Finanzierungsrunde und erwarb selbst für 125 Mio. Dollar einen zehnprozentigen Anteil an Better Place. Außerdem wird Kevin Adeson, der bei der britischen Bank von London aus den Bereich Global Capital Financing leitet, als Non-Executive Director in das Führungsgremium des Unternehmens einziehen.

Better Place hat nun inklusive seiner Geschäftsstellen in Israel, Dänemark und Australien 700 Mio. Dollar Kapital eingesammelt, wie Unternehmensgründer und-chef Shai Agassi im Gespräch mit Handelsblatt Online sagte. Das ehemalige SAP-Vorstandsmitglied will in mehreren Ländern ein Netz von Stationen aufbauen, an denen die Batterien der Elektrofahrzeuge innerhalb von 70 Sekunden ausgetauscht werden können. Sie sollen mit erneuerbarer Energie gespeist werden. Die Fahrer der Elektroautos kaufen von dem US-Unternehmen ein Mobilitätspaket, die teure Batterie bleibt im Besitz von Better Place.

Anthony Bernbaum, HSBC-Führungskraft aus dem Bereich Principal Investments, vergleicht die Bedeutung von Better Place für die Elektromobilität mit der von Microsoft oder Google für die IT-Industrie.

Mit dem nun eingesammelten Geld will Agasssi Forschung und Entwicklung stärken sowie den Aufbau der Infrastruktur vorantreiben. Außerdem will er neue Märkte in Europa und Asien erobern. Ende 2011 will Better Place in Dänemark, wo im Dezember bereits ein Test begonnen hat, und Israel an den Start gehen. In beiden Ländern müssen bis dahin früheren Angaben zufolge insgesamt 100 000 Ladestationen stehen und je ungefähr 120 Batteriewechselstationen. Wenige Monate später sollen erste Projekte in Australien und in ausgewählten Regionen Nordamerikas beginnen.

Agassi sagte Handelsblatt Online, spätestens im kommenden Jahr wolle er Projekte in weiteren Ländern ankündigen. Großes Interesse zeigte er auch am chinesischen Markt. Er hoffe, dass die neuen Partner Better Place dort die Türen öffnen würden. Der deutsche Markt, wo es das erklärte Ziel der Bundesregierung ist, bis zum Jahr 2020 eine Mio. Elektroautos auf die Straße zu bringen, ist für das Unternehmen ebenfalls attraktiv.

Kommentare (1)

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TimArmstrong

26.01.2010, 14:19 Uhr

Ein bisschen mehr informationen wären nicht schlecht. Die batterie auszutauschen anstatt sie aufzuladen und diese im besitz der Firma zu behalten ist keine großartige idee sondern das Naheliegendste. Mich würde interessieren, was diese Firma besser machen kann als die großen Konzerne mit ihren vorhandenen Tankstellennetzen. Eine batterie zu laden und diese Auszutauschen ist für jede Tankstelle problemlos möglich.

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