Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.02.2011

14:25 Uhr

Bierbrauer

Schluss mit Mixbier - Krombacher lässt Cab fallen

VonChristoph Kapalschinski

Biermix-Getränke waren lange der große Hoffnungsbringer für die deutschen Brauer. Doch für Krombacher ist jetzt Schluss mit exotischen Bier-Kreationen und hippen Marken für die Jugend. Die deutsche Brauerei lässt ihre Marke Cab fallen. Jetzt gibt es nur noch klassisches Bier - höchstens noch gemischt mit Cola.

Das Mischgetränk "Cab Blood Orange". dpa

Das Mischgetränk "Cab Blood Orange".

DÜSSELDORF. Die Krombacher-Brauerei stellt die Werbung für den Szene-Biermix Cab weitgehend ein. "Wir werden das Spiel nicht mehr mitmachen: jedes Jahr ein neues Produkt für die Jugend, das viel Geld kostet", sagte Mitgeschäftsführer Helmut Schaller in Düsseldorf. Damit reagiert die Brauerei auf einen Einbruch bei der abgefüllten Menge um fast 29 Prozent auf 111.000 Hektoliter.

2010 hat Krombacher bereits die Geschmacksvariante mit Blutorange eingestellt. Künftig soll Cab auf den Ursprung - Bier mit Cola - beschränkt bleiben. Biermixgetränke waren vor einigen Jahren die großen Hoffnungsträger der deutschen Brauereien, deren Gesamtabsatz von Jahr zu Jahr schrumpft. Inzwischen sind jedoch einige frühe Stars der Kategorie wie Frankenheim Blue wieder in der Versenkung verschwunden. Andere Brauereien versuchen, mit immer neuen Mischungen junge Kunden bei der Stange zu halten. So bringt Veltins 2011 eine neue Variante seiner Marke "V plus".

Krombacher hingegen stellt die TV-Werbung für seine Marke Cab mit dem Drachen im Logo ein - trotz eines insgesamt steigenden Werbebudgets. Stattdessen laufen ab März erstmals eigene Fernsehwerbespots für die alkoholfreien Biere Pils, Weizen - und den klassischen Radler-Mix in alkoholfreier Form. Dafür hat die Brauerei die ehemalige Eisschnellläuferin Franziska Schenk und den Sat1-Journalisten Ulrich Meyer verpflichtet.

"Der Fokus geht dahin, wo die Wachstumstreiber sind", sagte Mitgeschäftsführer Stephan Maubach. Das alkoholfreie Pils ist ein solcher Erfolg: 257 Hektoliter flossen 2010 - ein plus von acht Prozent. Das ist allerdings immer noch ein Bruchteil der Menge von 4 495 Hektoliter, die das klassische Pils ausmacht. Dazu hat im WM-Sommer eine Verkaufsaktion beigetragen, bei der es zu drei Kästen ein Partyfass gratis gab.

Wachstum sieht Krombacher auch bei den seit 2006 in Lizenz vertriebenen alkoholfreien Marken wie Schweppes, Orangina und Dr. Pepper. Sie sind um 4,3 Prozent auf 780 Hektoliter angewachsen. Neue Impulse soll sprudelnder Eistee von Schweppes bringen, der die nächste Staffel der Pro7-Sendung "Germany's next Top-Model" präsentiert.

Schließlich ist Krombacher mit Fernsehwerbung groß geworden. Schon seit 1995 wirbt das Bier vor dem "Tatort". Im harten Wettbewerb, bei dem Premium-Bier im Supermarkt immer öfter unter zehn Euro je Kasten kostet, verdrängt das die kleineren Brauereien. 2010 war der Biermarkt in Deutschland 1,7 Prozent rückläufig. Das merken vor allem die mittelständischen Brauereien - und auch Krombacher. Dessen kleine Regionalmarken Rolinck, Eichener und Rhenania Alt schrumpfen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×