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18.01.2008

16:24 Uhr

Biermarkt

Brauereien greifen nach Scottish & Newcastle

VonHelmut Steuer

In die Übernahmeverhandlungen für die britische Brauerei Scottish & Newcastle (S&N) ist weiter Bewegung gekommen: Großbritanniens größte Brauerei hat am Donnerstag Verhandlungen mit dem dänischen Konkurrenten Carlsberg und Heineken aus den Niederlanden über die Übernahme eingeleitet.

STOCKHOLM. Die beiden Brauereien umwerben den Traditionskonzern schon seit drei Monaten. Zuletzt hatten sie ihr Übernahmeangebot für S&N auf zum dritten Mal erhöht - diesmal auf 800 Pence je Aktie. Durch die Aufnahme von Kaufverhandlungen wurde eine von den britischen Kapitalmarkt-Aufsichtsbehörden angesetzte Frist für ein förmliches Angebot bis zum kommenden Montag auf den kommenden Donnerstag verlängert.

Mit der dritten Nachbesserung der Offerte kam das dänisch-niederländische Bieterkonsortium der Aufforderung des S&N-Managements nach. Die S&N-Konzernspitze hatte vergangene Woche ein auf 780 Pence je Aktie erhöhtes Angebot abgelehnt und mitgeteilt, dass Übernahmeverhandlungen erst ab einem Gebot von 800 Pence je Aktie eingeleitet werden können. Der Gesamtwert der Offerte beläuft sich nun auf 7,8 Mrd. Pfund (umgerechnet 10,5 Mrd. Euro).

An den Aktienmärkten wurde die Aufnahme von Übernahmeverhandlungen unterschiedlich bewertet: Während die S&N-Aktien in London zwischenzeitlich um mehr als fünf Prozent zulegten und Heineken in Amsterdam um 5,3 Prozent anzog, verlor Carlsberg in Kopenhagen über drei Prozent. Analysten in Dänemark hatten bereits das vergangene Woche vorgelegte Angebot als zu teuer bezeichnet.

Dennoch gingen die meisten Experten davon aus, dass die Übernahme von S&N durch Carlsberg und Heineken demnächst in trockenen Tüchern sein wird. "Jetzt wird es wohl klappen", sagte Jens Houe Thomsen, Analyst bei der dänischen Jyske Bank. Und auch Matthew Webb von Cazenove spricht von "einer extrem hohen Wahrscheinlichkeit", dass der Deal erfolgreich durchgeführt werden kann. Angesichts des zum dritten Mal nachgebesserten Übernahmeangebots sieht Thomsen allerdings Carlsberg unter Druck, Synergien nach der Aufspaltung von S&N zu finden. Der hohe Kaufpreis müsse vor den Carlsberg -Aktionären verantwortet werden, sagte er.

Carlsberg und Heineken hatten sich im Oktober vergangenen Jahres zusammen getan und wollen bei einer erfolgreichen S&N-Übernahme den britischen Konzern unter sich aufteilen: Der dänische Konzern und S&N sind mit dem Gemeinschaftsunternehmen Baltic Beverages Holding (BBH) in Russland, dem Baltikum, der Ukraine und Kasachstan sehr erfolgreich. Den S&N-Anteil an BBH will Carlsberg komplett übernehmen, während Heineken die S&N-Töchter in Großbritannien und dem restlichen Europa integrieren möchte. Alle großen Brauerei-Konzerne versuchen derzeit, über Fusionen und Übernahmen ihre Kosten zu drücken.

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