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08.02.2012

16:35 Uhr

Bilanz 2011

Daimler fällt zurück

VonTino Andresen

Die deutschen Autobauer haben ein glänzendes Jahr hinter sich, insbesondere BMW, Audi - Daimler legt am Donnerstag Zahlen vor. Doch im Vergleich zu den Rivalen hat der Mercedes-Stern an Strahlkraft verloren.

Dieter Zetsche mit einem Concept Car: Daimlers Premiummarke ist gegenüber Audi und BMW in Rückstand geraten. Reuters, Sascha Rheker

Dieter Zetsche mit einem Concept Car: Daimlers Premiummarke ist gegenüber Audi und BMW in Rückstand geraten.

DüsseldorfDaimler präsentiert am Donnerstag als erster deutscher Autobauer seine Bilanz für 2011. Vor den Premiumklasse-Konkurrenten Audi und BMW liegen die Stuttgarter davon abgesehen allerdings in kaum einer Hinsicht. Das fängt mit den Absatzzahlen an: Daimler hat mit 1,26 Millionen Pkw zwar so viele Autos verkauft wie nie zuvor in einem Jahr. Dennoch sind die Schwaben ohne Berücksichtigung ihrer Kleinstwagenmarke Smart erstmals von Audi überholt worden. Die Volkswagen-Tochter hat 1,30 Millionen Wagen abgesetzt. BMW hat die führende Position mit 1,38 Millionen Autos (ohne Mini und Rolls-Royce) souverän verteidigt.

Nun ist Masse bekanntlich nicht gleich Klasse. Aber Fakt ist: BMW und Audi haben auch effizienter gewirtschaftet als die Stuttgarter. Das lässt sich am Verhältnis des Gewinns vor Zinsen und Steuern zum Umsatz messen. Diese sogenannte Ebit-Marge lag bei Daimler nach dem ersten Halbjahr 2011 bei 10,0 Prozent, während Audi 11,8 Prozent erzielte und die BMW Group sogar 14,0 Prozent. An der Reihenfolge dürfte sich im Gesamtjahr nichts geändert haben.

Als sei das nicht der Schmach genug, überholte BMW sogar beim Börsenwert vorübergehend Daimler – erstmals.

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Beim Nettogewinn hingegen wird Daimler sich mit schätzungsweise 5,6 Milliarden Euro aller Voraussicht nach gegenüber dem Münchener Rivalen mit erwarteten 5,1 Milliarden Euro behaupten können. Der Volkswagen-Konzern verdient mit prognostizierten 11,7 Milliarden Euro mehr als beide zusammen und ist damit in unerreichbar scheinender Ferne. Obwohl Daimler in dieser Betrachtung nicht das Schlusslicht bildet, bleibt doch ein Wermutstropfen: Während BMW und Volkswagen Rekordgewinne erzielt haben, ist Daimler davon wohl rund ein Drittel entfernt.

Der Auto-Analyst Arndt Ellinghorst von der Schweizer Großbank Credit Suisse hat es Anfang November auf den Punkt gebracht, indem er eine Studie überschrieb mit: „Was ist die Gemeinsamkeit zwischen Bayern München und BMW?“ Seine Antwort fiel schmerzhaft für Daimler aus: „Beide beherrschen ihre Liga.“

Kommentare (19)

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Lutz

08.02.2012, 17:02 Uhr

Die Autos sind irgendwie zu spießig und das Klientel scheint auszusterben.

Die müssen mit der Zeit gehen, sonst sieht es düster aus.



TobiasM

08.02.2012, 17:17 Uhr

Wollte mir eigentlich einen neuen SLK 350 kaufen.
Aber dann kam er doch optisch nahezu unverändert an seinen Vorgängertyp (SLK II)heraus. Leider wurde wenig von den Designstudien, die es gab in der Endphase umgesetzt. Mercedes hat auch hier wieder zu wenig Mut gezeigt.
Schade, hatte mich schon gefreut das der neue SLK optisch frischer,dynamischer und schwungvoller herauskommt. Leider enttäuschte mich Mercedes mit seiner Biederheit.
So wird Mercedes für die junge Kundschaft im Alter 25 - 40 Jahren noch eine lange Zeit nicht zugänglich sein.

sls

08.02.2012, 17:59 Uhr

genau so ist es. schlechtes design für die Kundschaft der Zukunft! so stirbt eine marke mit seinen altkunden aus. c-klasse, e-klasse, allesamt grausame Fahrzeuge und der rest ist nicht viel besser- als-kunden gibt's einfach nicht viele- der Gipfel der grabesfahrzeuge- der neue sl...

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